Warum auch Marketer "Kuratoren" sein sollten, welche Vorteile das Kuratieren von Inhalten besitzt und wie Sie am besten vorgehen

Kuratieren, aber richtig!

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Stetig neue Themen zu finden, dazu Inhalte zu produzieren und entsprechend zu gestalten kostet vor allem eines im Content Marketing: viel Zeit. Denn erstens handelt es sich meist um stets neuen, eigenen Content. Zweitens ist eine gewisse Masse an regelmäßigen Inhalten notwendig, damit die Zielgruppe Sie überhaupt wahrnimmt. Gleichzeitig muss die Qualität gewährleistet sein.

Es gibt jedoch eine Option, die Abhilfe schafft und Ihr Zeit- sowie Projektmanagement bei der Content-Produktion optimiert: Das Kuratieren.

Was bedeutet Kuratieren eigentlich?

Unter dem Begriff versteht man das Suchen, Sammeln, Aufbereiten und Veröffentlichen von Fremdinhalten auf der eigenen Website. Sie stellen folglich Content von anderen Blogs, Anbietern oder Websites zur Verfügung, der eine hohe Relevanz für die Nutzer in Ihrer Branche besitzt.

Curata, eine etablierte und namhafte Agentur, die das Thema besetzt und vorantreibt, beschreibt die Content Curation wie folgt:

Unter Content-Kuratierung versteht man ein Verfahren, bei dem eine Person (oder eine Gruppe) ständig den wichtigsten und hochwertigsten digitalen Content zu einem bestimmten Thema für ihrer Zielgruppe findet, organisiert, mit Kommentaren versieht und teilt.

Natürlich sollten Sie immer auf die Quelle verweisen, von der Sie den Inhalt kuratiert haben.

Das Kuratieren von Inhalten ist vergleichbar mit der Tätigkeit eines sogenannten Kurator oder Kuratorin in einem Museum: Sie tragen zu Themen verschiedene Bilder, Dokumente oder andere Kunstgegenstände in einer Ausstellung zusammen und machen sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Vorteil für Ihre Zielgruppe liegt auf der Hand: Sie bieten einen Mehrwert, indem Sie Informationen liefern, die sich die Nutzer ansonsten selbst aufwendig „zusammensuchen“ müssten.

Ein weiteres Beispiel der Content Curation ist der Newsletter. In diesem stellen Sie alle wesentlichen Inhalte von Ihrem Blog zusammen und dem Email-Empfänger in einer übersichtlichen Form zu verfügen.

Die Vorteile

Warum es sich lohnt, Kuratieren in Ihre Content-Strategie zu integrieren, zeigen folgende Punkte:

Zeitersparnis

Statt aufwendig Themen zu recherchieren und Inhalte zu erstellen, ist das Kuratieren zeitsparender. Indem Sie relevanten Content identifizieren, können Sie auf Ihrer Website zu den entsprechenden Artikeln verweisen. Dazu reicht ein kurzer Text über den kuratierten Beitrag und natürlich den Link zu Original-Quelle. Sie optimieren so Ihr Zeitmanagement.

Weniger Ressourcenaufwand

Neben weniger Zeit, müssen Sie für das Kuratieren auch weniger Ressourcen einplanen. Das wirkt sich wiederum positiv auf Ihr Projektmanagement aus.

Kompetenz stärken

Durch das Kuratieren sind Sie in der Lage, (fast) alle relevanten Themen in Ihrer
Nische abzudecken. Somit werden Sie zu der kompetenten Anlaufstelle im Netz für Ihre Branche. Denn die User erkennen, dass sie bei Ihnen alle wichtigen Inhalte erhalten und müssen folglich nicht selbst danach suchen.

Mehr Bekanntheit

Indem Sie sich als zentrale Quelle für Ihre Zielgruppe positionieren, steigt Ihre Bekanntheit und dadurch der Traffic für die Seite.

Besseres Google Ranking

Je mehr relevante Inhalte Sie für Ihre Zielgruppe auf der Seite bereitstellen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit zu mehr gesuchten Keywords zu ranken. Und das wiederum zahlt auf Ihr Google Ranking (also der Sichtbarkeit bzw. Auffindbarkeit in der Suchmaschine) ein. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der kuratierte Content qualitativ hochwertig ist und zudem der Such-Intension Ihrer Nutzer entspricht.

Wettbewerbsvorteil

Da Sie sich als „Aggregator“ aller wichtigen Inhalte Ihrer Nische positionieren und so den Nutzern einen echten Mehrwert bieten, sichern Sie sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

Die Anleitung zum Kuratieren

Wenn Sie nun Fremdinhalte in Ihre Website aufnehmen wollen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

1. Die Quellen

Zunächst benötigen Sie qualitative Quellen, die Sie kuratieren können. Denn wichtig ist: Sie müssen auch mit dieser Variante Nutzen bieten!

Eine Möglichkeit besteht darin, sich eine manuelle Liste zu gestalten, was jedoch aufwendig ist. Effizienter hingegen ist es mit einigen Tools zu arbeiten:

BuzzSumo

Mit diesem Tool können Sie zu einem bestimmten Keyword Inhalte im Netz finden.
BuzzSumo sortiert diese dann anhand der Social-Shares. Weitere Filterfunktionen sind Zeitraum, Sprache oder auch Formate. So erkennen Sie, welcher Content Aufmerksamkeit erzeugt und daher auch für Ihre Nutzer interessant sein könnte.

Kosten: sowohl als Freeware-Version verfügbar oder kostenpflichtig mit mehr Features.

Feedly

Feedly sammelt Ihnen sämtliche Beiträge von Quellen, die Sie vorher ausgewählt haben. Dieser Alert stammt von Google und ist eine gute Möglichkeit, viele verschiedene Themen im Überblick zu behalten genauso wie die Wettbewerber.

2. Das Auswählen

Sobald Sie eine Liste mit potenziellen Inhalten zum kuratieren haben, kommt die Auswahl. Hier gibt es keine allgemeinen Regeln, jedoch einige Aspekte, die Sie beachten sollten:

  • Denken Sie immer aus Sicht Ihrer Zielgruppe! Was ist für sie wirklich relevant? Welches Segment Ihrer Nutzer wollen Sie ansprechen?
  • Prüfen Sie die Qualität! Von wem und für wen wurde der Inhalt geschrieben? Wie vertrauenswürdig ist die Quelle?

Ein weiteres Kriterium kann sein, ob der Post in Social Media viel geteilt wurde. Das verdeutlicht dessen Relevanz für die Branche.

3. Die Gestaltung

Nachdem Sie einen passenden Beitrag identifiziert haben, müssen Sie diesen für Ihre Website aufbereiten. Um die genannten Vorteile zu erlangen, sollten Sie den Text neu gestalten und zwar nach folgendem Muster:

  • Neue Headline
  • Neue Subline (Unterüberschrift)
  • Kurze Zusammenfassung des kuratierten Blog-Posts mit Empfehlung, warum es sich für den User lohnt diesen zu lesen. „Kurz“ kann zwischen 200 und 800 Wörter umfassen (je nachdem, wie ausführlich Sie schreiben)
  • Neues Titelbild (Stichwort Urheberrecht!)
  • Deutlicher Hinweis auf die Original-Quelle und auf den Autor

Im Folgenden sehen Sie den exemplarischen Aufbau eines kuratierten Beitrags:

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Wie Sie einen kuratierten Beitrag auf der eigenen Website integrieren können. (Für eine vergrößerte Ansicht, klicken Sie auf das Bild)

4. Die Distribution

Der Text ist fertig und kann auf Ihrer Seite veröffentlicht werden. Genauso wie Sie Ihre eigenen Beiträge verbreiten, sollte es auch für Ihre kuratierten Inhalte gelten:

  • Post mit Link zum Text für alle Ihre Social Media-Plattformen
  • Original-Quelle und/oder Autor in den Post miteinbinden, z.B. durch ein Handle (@Nutzername)
  • Bei Twitter & Instagram wichtige Hashtags verwenden

Gerade durch den zweiten Punk erhöhen Sie die Chance, mehr Reichweite und Interesse zu generieren. Indem Sie die Websites bzw. Autoren in Ihren Post durch Handles oder Markierungen einbinden, erhalten diese einen Benachrichtigung. Da es wiederum für die kuratierten Quellen positiv ist, von Dritten „empfohlen“ zu werden, reagieren diese mit einem „Teilen“ oder „liken“. Und so erreichen Sie wiederum ein größeres Publikum (Stichwort Earned Media!)

Fazit

Das Kuratieren von Inhalten ersetzt nicht die Erstellung von eigenen, uniquen Texten. Es ist allerdings eine gute Möglichkeit, die Content-Produktion zeit- und ressourcensparender zu gestalten und gleichzeitig die Kompetenz der Marke zu stärken.

Extra Tipp: 6 Regeln für ethisches Kuratieren

Wie bei jeder Erstellung von Inhalten gilt auch beim Kuratieren: Qualität vor Quantität! Diese Methode dient nicht dazu, möglichst viele Inhalte auszuspielen und dabei minderwertige Qualität in Kauf zu nehmen. Es muss sich um Content handeln, der einen Mehrwert für die Zielgruppe hat. Deswegen sollte der Prozess nicht rein automatisiert ablaufen, sondern immer eine „menschliche“ Note enthalten. Nämlich das kritische Auseinandersetzen und Beurteilen der Quellen.

Damit Sie alle genannten Vorteile der Methoden erzielen, sollten Sie folgenden 6 Regeln beachten:

Regel 1: Niemals einen Text via Copy&Paste eins zu eins übernehmen.

Regle 2: Umbenennen des kuratierten Contents.

Regel 3: Geben Sie immer die ursprüngliche Quelle an.

Regel 4: Verweisen Sie auf die Original-Quelle prominent
(z.B. mit einem Button „Weiterlesen“).

Regel 5: Nutzen Sie verschiedene Quellen.

Regel 6: Schaffen Sie einen Mehrwert für den User (wodurch dieser den Ursprungstext nicht mehr benötigt und somit auf Ihre Seite bleibt!).

Viel Erfolg bei der eigenen Content Curation!

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