Wie Sie mit Searchmetrics Ihre Website und Ihre digitale Konkurrenz analysieren

Enter the Matrix: Die Keywords hinter der Wirklichkeit

binarium

Zu wissen, wer die eigene Konkurrenz ist und was sie im Bereich Marketing tut, ist von essentieller Bedeutung für jeden Marketer. Früher waren die entsprechenden Informationen übersichtlich und recht einfach zugänglich. In welchen Magazinen schalten Konkurrenzbetriebe Anzeigen? Wie sehen diese aus? Wie viele Anzeigen? In welchem Rhythmus? Auf welchen Messen sind Konkurrenzbetriebe aktiv? Wie sieht der Messestand aus und wie groß ist er? Geben die Konkurrenten Corporate Publishing-Produkte heraus? Welche Agentur hat diese erstellt?

Konkurrenz- und Website-Analyse mit Searchmetrics

So wie die Anzahl der Marketingkanäle überschaubar war, war es auch die Konkurrenzbeobachtung. Die schlechte Nachricht: Das ist heute anders. Es fängt damit an, dass heute Konkurrenten für das eigene Geschäft auftauchen, mit denen man zunächst gar nicht rechnet. Die zunächst gar nicht ins Blickfeld kommen, weil sie dort erscheinen, wo man gar nicht beobachtet. Etablierte Branchen-Player werden von agilen Startups mit disruptiven Geschäftsmodellen angegriffen. Traditionsunternehmen verblassen im Markt hinter Newcomern, die mit aggressivem Guerillamarketing die Zielgruppen aufmischen. Und natürlich bietet das Internet insgesamt Unternehmen, die zwar nur über bescheidene Budgets, dafür aber über umso mehr Kreativität und Cleverness verfügen, phantastische Möglichkeiten, den eigenen Namen und die eigenen Produkte in die Zielgruppe zu streuen.

Mit anderen Worten: Seien Sie auf der Hut! Fühlen Sie sich nicht zu sicher. Und vor allem: Entwickeln Sie Ideen und Konzepte, wie Sie selbst diese Potentiale nutzen können. Dazu benötigen Sie einen Überblick über die digitale Welt um Sie herum. Diese Welt ist komplex. Aber gleichzeitig ist sie transparent. Alles, was Sie benötigen, sind die richtigen Sehhilfen. Searchmetrics ist eine davon.

Was Sie in diesem Artikel erwartet:

Was ist Searchmetrics und was leistet es?

Searchmetrics ist ein (in voller Nutzungstiefe kostenpflichtiges) Online-SEO-Tool, welches die Analyse von beliebigen URLs (also Websites) und Keywords (Suchbegriffen, mit denen in Google gesucht wird) ermöglicht. Analyse bedeutet: Eine URL, bzw. eine Website wird auf ihre Sichtbarkeit in der Suchmaschine Google hin untersucht und kann mit anderen Websites verglichen werden. Diese Sichtbarkeit („Google-Visibility“) ist von entscheidender Bedeutung für Ihr Geschäft. Verfügt Ihre Website über keine oder nur geringe Google-Visibility, wird sie von potentiellen Kunden nicht gefunden. Die Botschaft, mit der Sie potentielle Kunden auf sich aufmerksam und für Ihr Unternehmen gewinnen wollen, kommt nicht dort an, wo sie ankommen soll, sondern verhallt ungehört in den Tiefen des Internets. So kann Ihre Website kaum einen sinnvollen Zweck im Rahmen Ihrer Marketingstrategie erfüllen. Sie bleibt eine Visitenkarte, die niemand mit nach Hause nimmt. Ein Schaufester in einer unbeleuchteten Seitenstraße ohne Publikumsverkehr. Gleichzeitig gibt es möglicherweise Konkurrenten mit hoher Google-Visibility, die damit einen stetigen Strom potentieller Kunden auf ihre Seite ziehen und dort sogar in Käufer wandeln.

Ob das so ist oder nicht und wie die digitale Landschaft, in der Sie sich mit Ihrer eigenen Seite bewegen, überhaupt genau aussieht, können Sie von außen nur sehr eingeschränkt sehen. Es ist wie im Film „The Matrix“: Die „Matrix“ – die von Maschinen digital simulierte Kunstwelt, in der der Film zu weiten Strecken spielt – ist überall. Aber wir schmecken und riechen sie nicht. Wir benötigen eine spezielle Brille, um sie wahrnehmen zu können. Searchmetrics ist diese Brille und macht unsere eigene und die Websites unserer Konkurrenten transparent. Setzen wir diese Brille einmal auf und schauen uns die uns umgebende „Matrix“ anhand eines konkreten Beispiels an.

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Google-Visibility in Searchmetrics am Beispiel
von whisky.de

„Google-Visibility“ (Sichtbarkeit in der Google-Suchmaschine) bedeutet in Searchmetrics nichts anderes als: Die Auffindbarkeit einer Website in Google anhand bestimmter Keywords (Suchbegriffe). Eine Seite ist umso sichtbarer:

  • Je besser – d.h. höher! – sie zu diesen Keywords gerankt wird. Auf der ersten Google-SERP (Search Engine Result Page) ist die Sichtbarkeit am höchsten, auf der zweiten bereits deutlich niedriger. Suchergebnisse jenseits der dritten Google-SERP gelten als quasi unsichtbar, da diese SERPs eher selten angeschaut werden.
  • Je höher die Anzahl der Suchanfragen hinter diesen einzelnen Keywords ist. Rankt eine Seite sehr gut zu einem Keyword, das von Millionen von Menschen gesucht wird, so wird sie von Searchmetrics als „sichtbarer“ geführt als eine Seite, die sehr gut zu einem Keyword mit nur geringer Suchnachfrage rankt.
  • Je relevanter die jeweiligen Keywords sind, zu denen Sie ranken. Die Relevanz zeigt sich natürlich einerseits anhand der digitalen Nachfrage (also Suchvolumen). Andererseits auch daran, wie gut der Begriff in das thematische Umfeld passt, in dem der Nutzer “sucht”.

In Summe bedeutet das:

Zu je mehr relevanten Keywords mit vielen Suchanfragen eine Website sehr gut rankt, desto größer ist insgesamt ihre SEO-Visibility im Vergleich mit anderen Websites.


Searchmetrics selbst definiert die SEO-Sichtbarkeit wie folgt:

“Die SEO Visibility zeigt die Sichtbarkeit der eingegebenen Domain in der organischen Suche. Sie setzt sich aus dem Suchvolumen und den Positionen der für diese Eingabe rankenden Keywords zusammen. Jede Position wird dabei individuell nach einem von Searchmetrics ermittelten Faktor gewichtet. Ebenso beeinflusst die SEO Visibility die Tatsache, ob es sich bei den rankenden Keywords um Navigational- oder Informational-Keywords handelt.” (Quelle: https://help.searchmetrics.com/hc/de/articles/201881884-Visibility-Projekt-SEO-Visibility-Paid-Visibility-#200248254)


Das Tool greift dabei auf einen riesigen Datenbestand (Google-Daten) zu und durchleuchtet diesen, um die „Visibility“ einer Seite darzustellen. Das heißt: Searchmetrics macht transparent, zu welchen Keywords eine Website bei Google wie rankt. Für uns, die wir Websites normalerweise nur von außen (als Nutzer) sehen, wird auf einmal deren Relevanz sichtbar.

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Das Beispiel: whisky.de

Stellen wir uns für einen Moment vor, wir wären im deutschen Whisky-Markt aktiv (oder wollten es werden). Wir sind deshalb (beim Thema naheliegend) auf die Website www.whisky.de gestoßen und möchten mehr über sie herausfinden.

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Wir betreten deshalb jetzt die „Matrix“, um uns einmal die Visibility von whisky.de anzuschauen. Whisky.de ist die Website von „The Whisky Store“ – dem größten deutschen Online-Shop für Whisky, der mit Content Marketing sehr erfolgreich ist. Das Unternehmen ist ein mittelständischer Familienbetrieb (ansässig in Seeshaupt am Starnberger See in Bayern) und existiert seit 1993. Der Whisky-Markt in Deutschland ist ein typischer Nischenmarkt: Klein, aber fein. 2014 wurde in Deutschland Whisky für rund 400 Millionen Euro verkauft – Tendenz seit Jahren konstant steigend. Es kann sich also durchaus lohnen, diesen Markt zu bearbeiten. Eine triviale Aufgabe ist das nicht. Whisky ist eine Sache für Kenner und Sammler – nicht nur ein Genussthema. Whisky-Kenner befassen sich intensiv mit bestimmten Destillerien und einzelnen Whiskys und geben oft mehrere hundert Euro für eine einzige Flasche aus. Wer also Whisky verkaufen will, muss mehr bieten als die Tankstelle um die Ecke – insbesondere wenn der Verkauf online geschehen soll.

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Die Wettbewerbsanalyse von whisky.de mit Searchmetrics

Um die Stärken und vor allem auch Schwächen unseres Mitbewerbers analysieren zu können, geben wir zunächst die URL (ohne www.!) in Searchmetrics ein.

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Schritt 1: Die SEO-Visibility

Wir erhalten von Searchmetrics daraufhin eine erste grundsätzliche Auswertung und Darstellung der Google-Visibility von whisky.de in Form von zwei Verlaufskurven, die jeweils zurückgehen bis Ende 2013. Sie zeigt uns also die Entwicklung der Visibility über knapp zwei Jahre.

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Searchmetrics unterscheidet dabei zwischen zwei Formen der Visibility:

  • SEO-Visibility (im Bild blau dargestellt): Dies ist die generische, also organisch erzeugte Suchmaschinensichtbarkeit. Sie entsteht, grob gesagt, durch den Content auf der Website, welcher die Keywords enthält, zu denen die Seite rankt. Die SEO-Visibility entsteht also durch die Seite und ihren Inhalt selbst.
  • Paid-Visibility (im Bild grün dargestellt): Dies ist die über Google-AdWords generierte, also eingekaufte Suchmaschinen-Sichtbarkeit. Werden über AdWords bestimmte Keywords gebucht, so werden auf Google im Umfeld der generischen Suchergebnisse zu diesen Keywords Anzeigen (mit Link zum Unternehmen, das diese Anzeigen/Adwords gebucht hat) dargestellt. Auf diese Weise entsteht „künstliche“ Sichtbarkeit. Denn diese Sichtbarkeit wird nicht durch die Website und ihren Inhalt selbst generiert, sondern entsteht „huckepack“ auf der eigentlichen generischen Google-Suche.

Für uns an dieser Stelle interessant ist daher v.a. die SEO-Visibility, da sie Rückschlüsse auf die langfristigen digitalen Aktivitäten der beobachteten Website erlaubt. Die Entwicklung der Paid-Visibility hingegen zeigt v.a., ob und, wenn ja, wie große Werbebudgets in die Entwicklung der Paid-Visibility der Seite investiert werden.

Bei whisky.de zeigt die Searchmetrics-Auswertung, dass eine gleichbleibend hohe SEO-Visibility gegeben ist (zwischen 5.000 und 7.500). Diese SEO-Visibility ist, wie gesagt, eine direkte Folge der Suchnachfrage hinter den Keywords (Suchbegriffen), zu denen die Seite rankt, und der Höhe der Rankings, die die Seite mit diesen Keywords erzielt. Die allgemeine Darstellung in der gezeigten Verlaufskurve ist die aggregierte Darstellung der Visibility, die die Seite zu diesen einzelnen Keywords erzielt. Searchmetrics macht diese Visibility jedoch vollständig transparent auf Basis der einzelnen Keywords. Hierzu liefert Searchmetrics eine weiterführende Auswertung, die bis auf die einzelnen Keywords hinuntergeht.

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Schritt 2: Die Keyword-Analyse

Insgesamt rankt whisky.de zu 12.277 Keywords. Also zu einer für eine Website, die in einem Nischenmarkt aktiv ist, recht hohen Anzahl Keywords.

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Searchmetrics zeigt uns zunächst die ersten hundert dieser Keywords und gibt uns in dieser Auswertung eine Reihe von Informationen:

Die URL zum Keyword: Neben dem Keyword selbst finden wir zunächst dessen URL, also die genaue Unterseite, auf der das Keyword zu finden ist.

Die Ranking-Position: Interessant wird es weiter rechts. Dort finden wir die Ranking-Position des Keywords in Google, also die Position von whisky.de, wenn man in Google nach diesem Keyword sucht. Beim Keyword „whisky“ – einem im thematischen Kontext der Seite offensichtlich sehr wichtigen Suchbegriff – ist dies die Position 1 – besser geht es nicht. Dies heißt nichts anderes, als dass whisky.de bei einer Google-Suche nach dem Begriff „Whisky“ an allererster Stelle erscheint und folglich die allerhöchste Sichtbarkeit besitzt. Wer nach „Whisky“ sucht, stößt bei den generischen Suchergebnissen zuerst auf whisky.de und die Wahrscheinlichkeit ist daher sehr groß, dass derjenige diese Seite auch anklickt.

Der Cost-per-Click (CPC): Als nächstes nennt uns Searchmetrics den Cost per Click (CPC), also den Preis, der zu zahlen wäre, würde man dieses Keyword als Google AdWord „kaufen“ (d.h. den Klick auf die Anzeige und damit den tatsächlichen Besuch der Seite), um auf diese Weise Paid Visibility herzustellen.

Das Suchvolumen: Dann folgt eine für die Bewertung der Visibility sehr wichtige Information: Searchmetrics nennt uns das Suchvolumen des jeweiligen Keywords. Beim Keyword „whisky“ sind das immerhin pro Monat 62.291 Suchanfragen – eine für einen Nischenmarkt schon sehr hohe Zahl. Es handelt sich hier um dieselbe Angabe, die uns im Prinzip auch der Google Keyword-Planer liefern würde (auch wenn gewisse Abweichungen möglich sind).

Der Traffic-Index: Searchmetrics verdichtet schließlich diese Informationen wiederum in einem weiteren Index, dem sogenannte Traffic-Index. Dieser Traffic-Index stellt den rechnerischen Versuch dar, aus der Anzahl der Suchanfragen zum jeweiligen Keyword und der jeweiligen Ranking-Position der Website den ungefähren Traffic (also die Anzahl der Website-Besucher) zu ermitteln, der sich für die Website aus dieser Position ergibt.

Im Falle des Keywords „whisky“ bedeutet das, dass wir damit rechnen können, dass whisky.de allein aufgrund der hervorragenden Positionierung zu diesem Keyword monatlich 8.816 Besuche bekommt. Ob diese Zahl so tatsächlich zutrifft, kann uns auch Searchmetrics nicht sagen. Die genaue Anzahl wäre nur mit einem Tool wie Google Analytics und somit ausschließlich den Administratoren von whisky.de zugänglich. Aber sie stellt eine hinlänglich präzise rechnerische Annäherung dar. Das bedeutet: Bei einem Online-Shop wie whisky.de ist ein Top-Ranking zu einem zentralen Suchbegriff des Marktes buchstäblich Gold wert. Denn die auf diese Weise generierten Website-Besucher können auf der Website zu zahlenden Kunden (also zu Whisky-Käufern) konvertiert werden.

Searchmetrics liefert uns diese Informationen zu sämtlichen Keywords, zu denen whisky.de rankt und macht den Wettbewerber damit im Hinblick auf ihre SEO-Visibility transparent. Wir erfahren mit Hilfe von Searchmetrics, zu welchen Keywords eine Seite besonders gut oder weniger gut rankt. Dies gilt für unsere eigene Seite, aber vor allem natürlich auch für jede beliebige andere – also auch für unsere Konkurrenz.

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Schritt 3: Die Wettbewerber von whisky.de

Denn auch die unmittelbaren Wettbewerber einer beliebigen Website macht Searchmetrics für uns transparent. Diese Konkurrenzanalyse kann sich jedoch erheblich von Ihrer “traditionellen” Wettbewerbsanalyse unterscheiden: Denn Wettbewerb bedeutet hier nicht zwangsläufig die direkten wirtschaftlichen Mitbewerber eines Unternehmens. Konkurrenz bezieht sich hier immer auf die Google-Visibility, also auf Websites, die zu denselben Keywords ranken (besser oder schlechter) wie die untersuchte Seite. Diese Konkurrenz kann natürlich mit der herkömmlichen wirtschaftlichen Konkurrenz zusammenfallen. Das muss aber nicht der Fall sein. Denn gerade hier zeigt sich, ob im Netz, im Kampf um die Sichtbarkeit zu bestimmten Keywords, nicht möglicherweise ganz andere Player die eigentliche und damit viel gefährlichere Wettbewerb darstellen als der Laden um die Ecke, der jahrzehntelang die Hauptkonkurrenz war, online aber u.U. gar keine Rolle spielt.

Searchmetrics erfasst genau, welche Websites ebenfalls zu denjenigen Keywords ranken, zu denen auch die jeweils betrachtete Seite rankt. Die Konkurrenzanalyse sieht folgendermaßen aus:

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Die Konkurrenz: Searchmetrics zeigt uns zunächst die ersten 100 von insgesamt 1.425 konkurrierenden Websites. Amazon ist hier, wenig überraschend, auf Platz 1. Denn Whisky kann man, wie so ziemlich alles, selbstverständlich auch bei Amazon einkaufen.

Die Wettbewerbs-Keywords: Die nächste Information, die Searchmetrics uns gibt, ist die Anzahl der „Wettbewerbs-Keywords“. Hierbei handelt es sich um die Anzahl derjenigen Keywords, um die die analysierte Seite (also whisky.de) mit der jeweiligen Konkurrenzseite (hier: amazon.de) direkt konkurriert. Also die Schnittmenge derjenigen Keywords, zu denen sowohl whisky.de wie auch amazon.de ranken.

Andere Keywords: In der nächsten Spalte nennt uns Searchmetrics ergänzend die Anzahl derjenigen Keywords, zu denen nur die jeweilige Konkurrenzseite, nicht aber die analysierte Seite rankt. Für whisky.de und amazon.de bedeutet das: Beide Websites konkurrieren miteinander um 6.910 Keywords, während amazon.de darüber hinaus noch zu 8.344.055 weiteren Keywords rankt. Überraschend ist das nicht, da Amazon, als weltweit aktiver eCommerce-Vollsortimentler, natürlich nicht nur Whisky vertreibt, sondern im Gegenteil Whisky nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtangebotes darstellt. Whisky.de hingegen ist auf Whisky spezialisiert und rankt schon deshalb zu den allermeisten Keywords, zu denen amazon.de über Sichtbarkeit verfügt, überhaupt nicht. Amazon.de ist daher auch nur in diesem überschaubaren Ausschnitt seines Angebotes ein direkter Konkurrent von whisky.de.

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Was ist nun die relevante Konkurrenz?

Man könnte nun meinen, dass es von vornherein sinnlos wäre, als kleines Familienunternehmen gegen einen eCommerce-Giganten wie amazon.de überhaupt anzutreten. Dass dem nicht so ist, zeigt uns Searchmetrics in den Spalten „Traffic-Index“ und „durchschnittliche Position“. Den Traffic-Index kennen wir bereits. Er zeigt uns den aufgrund der Google-Rankings der beiden Seiten zu den umkämpften Keywords jeweils erwartbaren Traffic auf den Websites. Searchmetrics liefert hier jeweils die – errechnete! – Zahl und verdeutlicht die Verhältnisse zwischen den Konkurrenten durch eine graphische Lesehilfe. Schneidet die analysierte Seite besser ab, ist sie mit einem grünen Balken versehen – steht sie schlechter da, ist der Balken rot. Wir sehen, dass sich der im Vergleich zum Goliath Amazon sehr kleine David whisky.de hervorragend schlägt und den Riesen auf die Plätze verweist. Der deutlich grüne Balken reflektiert die Tatsache, dass whisky.de mit einem Traffic-Index von 60.169 deutlich mehr Traffic von Google auf die eigene Seite zieht als amazon.de (40.457).

Woran das liegt, wissen wir mittlerweile: Es sind die exzellenten Google-Rankings, die whisky.de zu den relevanten Keywords erzielt. Searchmetrics verdeutlich dies in einer Querschnitt-Analyse, die wir in der Spalte „durchschnittliche Position“ sehen. Über sämtliche Keywords, um die beide Seiten kämpfen, ermittelt Searchmetrics hier das durchschnittliche Ranking, das beide Seiten jeweils erzielen. Auch hier wird die Wettbewerbsposition der analysierten Seite (whisky.de) wiederum mit einem grünen (besser) oder roten (schlechter) Balken verdeutlicht. Wie sich beim Traffic-Index schon andeutete, liegt whisky.de (durchschnittliches Google-Ranking: Platz 5) auch hier um einen Platz vor amazon.de (6). Whisky.de verfügt also über die gesamte Breite der mit amazon.de gemeinsam bespielten Keywords über eine höhere Sichtbarkeit und ist somit in der kleinen, aber feinen Whisky-Nische insgesamt sichtbarer und damit relevanter als der amerikanische eCommerce-Riese. Es ist also durchaus möglich, in so einer Nische milliardenschwere Player zu schlagen und so sein Auskommen zu finden und begrenzte, aber komplexe und anspruchsvolle Märkte zu beherrschen

Dass whisky.de nicht der einzige Anbieter ist, der dies versucht, zeigt die weitere Liste. Wir finden hier vor allem weitere spezialisierte Online-Shops (thewhiskyexchange.com, masterofmalt.com, schottischerwhisky.com etc.), die aber allesamt (nach Traffic-Index und durchschnittlicher Ranking-Position) deutlich schlechter abschneiden als whisky.de, der sich damit klar als Platzhirsch im deutschen Whisky-Markt entpuppt.

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Schlussfolgerungen aus der Konkurrenzanalyse

Keyword-Analysen sind letztlich nur sinnvoll, wenn sich daraus Erkenntnisse gewinnen lassen, die für strategische Positionierung und Weiterentwicklung einer Website nützlich sind.

Rückschluss 1: whisky.de ist der “Platzhirsch” in der Nische

Aus der Perspektive von whisky.de wird auf Basis der Analysen, die wir über Searchmetrics angerissen (nicht vollständig durchgeführt!) haben, sehr deutlich, dass die Website in einem umkämpften Markt exzellent aufgestellt ist und sogar den eCommerce-Riesen amazon.de auf die Plätze verweist. Die Google-Visibility der Website ist in ihrer Marktnische, dem deutschen Whisky-Markt, durchweg hervorragend. Wir können daher davon ausgehen, dass die Website aufgrund dieser Sichtbarkeit ein sehr hohes Maß an Traffic über Google generiert. Weiterhin ist zu vermuten, dass auf der Website selbst ein relevanter Teil dieses Traffics im Online-Shop der Seite zu Käufern gewandelt wird. Aus der hohen Google-Visibility der Seite wird also direkt Umsatz generiert. Daran wird deutlich, dass die Erzielung von möglichst hoher Google-Visibility alles andere als ein akademisches Problem, sondern im Gegenteil wirtschaftlich unmittelbar relevant ist.

Rückschluss 2: Interessanter Markt, aber sehr starker Wettbewerb

Blicken wir auf die Analyse weniger vom Standpunkt von whisky.de, sondern eher aus dem Blickwinkel einer allgemeinen Marktanalyse, so wird deutlich, dass der deutsche Online-Whisky-Markt zwar vielversprechend, aber auch hart umkämpft ist und mit whisky.de auf diesem Markt bereits ein Player aktiv ist, der sein Handwerk beherrscht (und damit sogar amazon.de davonläuft), weshalb ein Markteinstieg gut überlegt sein sollte.

Rückschluss 3: Transparenz der Branche durch Keywords

Ausgehend von diesen Erkenntnissen bietet uns Searchmetrics ein weiteres (kostenpflichtiges!) Feature, das von hohem Nutzen ist: Die vollständigen Listen der jeweiligen Analyse-Ergebnisse lassen sich als Excel-Listen exportieren. Wir können also die vollständigen Keyword-Listen, zu denen Wettbewerbs-Seiten ranken, exportieren, um diese für unsere eigenen Zwecke zu verwenden. Es ist auf diese Weise ein leichtes, zu einem beliebigen Thema zunächst einen vollständigen Überblick über die dazu jeweils relevanten Websites zu erhalten und im nächsten Schritt dann die vollständigen Keyword-Listen, zu denen diese Seiten in Google ranken, zu exportieren. Wir verfügen damit mit wenigen Mausklicks über ein vollständiges Abbild der Keyword-Welt, die hinter den zu einem bestimmten Thema rankenden Websites stehen. Hieraus können wir dann wiederum Schlüsse ziehen, zu welchen Keywords wir selbst Content produzieren wollen, wenn wir mit einer eigenen Website zu diesem Thema aktiv und bei Google sichtbar werden wollen.

Rückschluss 4: Der Content macht den Unterschied

Der kleinste gemeinsame Nenner der gesamten Konkurrenzanalyse jedoch ist: Content. Denn hinter dem gesamten SEO-Erfolg von whisky.de steht eine große Menge von hochwertigem und klug eingesetztem Content. Dieser ist es, der die Website von den anderen abhebt und selbst amazon.de abhängt. Schaut man sich whisky.de an, stellt man schnell fest, dass die Seite voll mit Content zu sämtlichen Detailaspekten der Whisky-Welt ist. Egal ob es um die verschiedenen Sorten, um die Herstellung, ums Verkosten oder um Preise und Marktverhältnisse geht: whisky.de ist eben nicht nur eine Einkaufsquelle, sondern zuallererst eine herausragende Referenz, die mit Antworten zu nahezu allen relevanten Fragen, die man rund ums Thema Whisky stellen kann, aufwartet. Und dieser Content ist es, der die Seite auch vor amazon.de hervorhebt und letztlich zu der überragenden Google-Visibility führt, die wiederum für einen stetigen Besucherstrom aus der Menge all derjenigen sorgt, die auf Google nach Keywords aus dem Whisky-Universum suchen. Dieser Besucherstrom wird dann auf whisky.de wiederum in Shop-Besucher und dort letztlich in Käufer und somit in Umsatz gewandelt. Das Geheimnis hinter dem Erfolg eines kleinen Familienunternehmens im Nischenmarkt Whisky ist also gleichzeitig banal und hochkomplex: Es ist guter, auf die Nachfrage (ablesbar aus den Google-Daten) abgestimmter Content. Whisky.de ist damit ein gutes Beispiel für hervorragendes Content Marketing, mit dem ein deutsches mittelständisches Unternehmen sogar einen internationalen Handelskonzern schlägt.

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Der Leitfaden zur Konkurrenzanalyse mit Searchmetrics

Alle ausgeführten Punkte,wie Sie eine Wettbewerbsanalyse mit Searchmetrics durchführen, finden Sie jetzt hier zusammengefasst auf einen Blick:

Schritt 1: Geben Sie die Domain ohne www. in die Searchmetrics-Maske ein.

Schritt 2: Untersuchen Sie die SEO-Visibility der Seite:

  • Wie verläuft die organische SEO-SIchtbarkeit?
  • Ist ein Auf- oder Abwärtstrend zu erkennen?
  • Gibt es eine Paid Visibility?
  • Was sagt Ihnen das über das eingesetzte Werbebudget?

Schritt 3: Analysieren Sie die Keywords

  • Zu wie vielen Keywords rankt die Seite insgesamt?
  • Wie gut oder schlecht rankt die Website zu den Schlagworten?
  • Mit welchem Content (=URLs) erscheint die Website zu den Keywords?
  • Wie hoch ist die Konkurrenz zu den jeweiligen Themen (=Keywords) anhand des CPCs?
  • Wie viele Suchbegriffe gibt es mit einem relevanten Suchvolumen?
  • Wie hoch ist der Traffic-Index?

Schritt 4: Analysieren Sie die Wettbewerber der eingegebenen Seite

  • Wie viele Wettbewerber gibt es insgesamt in der Nische?
  • Um wie viele Keywords konkurriert die Seite mit anderen Marktteilnehmern?
  • Zeigt die Konkurrenzanalyse Mitbewerber, die bisher nicht bekannt sind?
  • Wie lässt sich das Verhältnis analysierte Seite und deren Konkurrenz anhand des Traffic-Index beschreiben?

Schritt 5: Zusammenfassen der Ergebnisse – Schlussfolgerung

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Enter the Matrix: Fazit

Searchmetrics bietet so umfangreiche Informationen, dass wir an dieser Stelle nur einen überschaubaren und sehr oberflächlichen Einblick in die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten geben können. Je nach Frage und Verwendungstiefe lassen sich mit dem Tool noch sehr viel weiterführende Analysen durchführen. Klar sollte geworden sein, worin die grundsätzliche Relevanz unseres Ausflugs „in die Matrix“ besteht. Ansonsten unsichtbare und unzugängliche Zusammenhänge lassen sich mit Searchmetrics transparent und sichtbar machen. Die „Matrix“ – die unsichtbare Welt der Google-Keywords – wird sicht- und begehbar. Dass dies kein Selbstzweck ist, wurde am Beispiel von whisky.de deutlich. Indem wir die „Matrix“ lesen, können wir Schlüsse aus ihrer Struktur und den Zusammenhängen darin ziehen und für uns selbst, für unsere eigene Website, unsere eigene Content-Produktion und unsere gesamte Online-Strategie nutzen. Es liegt auf der Hand, dass wir damit über einen entscheidenden Vorteil über jeden verfügen, der über diese Informationen nicht verfügt. Allerdings kann man heutzutage davon ausgehen, dass so ziemlich jeder, der ernsthaft ein digitales Geschäft betreibt, sich in irgendeiner Weise mit diesen Daten befassen wird. Es geht also v.a. darum, die „Matrix“ lesen zu können, um nicht selbst das eigene Geschäft im Blindflug zu betreiben und so gefährlich hinter die eigene Konkurrenz zurückzufallen. Ein Tool wie Searchmetrics kann uns dabei helfen, das zu vermeiden, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

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