Ein kompakter Rund-um-Blick zum Tool "Google Trends" und wie Sie es nutzen können

Was ist Google Trends und wie funktioniert es?

Mit Google Trends lassen sich, wie der Name schon sagt, Trends zu Themen erkennen.

Dabei stellt das Tool dar, welche Suchbegriffe in einem bestimmten Zeitraum wie oft von Nutzern im Netz bei Google gesucht wurden. Es werden folglich keine absoluten Zahlen präsentiert. Vielmehr setzt Google Trends das Suchvolumen der untersuchten Keywords zu verschiedenen Zeitpunkten ins Verhältnis zum größten Suchvolumen innerhalb des betrachteten Zeitraums. Dieser “höchste Wert”, der also die maximale Nachfrage der Nutzer widerspiegelt, bezeichnet der Index-Wert 100.

Auf diese Weise zeichnen sich Trends ab und es lassen sich Prognosen bezüglich der suchstärksten Begriffe aufstellen.

Für ein besseres Verständnis folgendes Beispiel:

Google Trends anhand vom Keyword “Content Marketing”

Gibt man beispielsweise das Suchwort „Content Marketing“ und stellt das Zeitfenster auf die letzten 5 Jahre ein, erhält man folgendes Ergebnis:

Google Trend-Analyse zum Keyword "Content Marketing"

Den höchsten Punkt markiert der Wert 100. Das war also der Zeitpunk mit der maximalen Nachfrage zum Thema “Content Marketing” in den letzten 5 Jahren gewesen. Zu diesem Indexwert wurden alle anderen Anfragen ins Verhältnis gesetzt. Das bedeutet: Der Wert 50 zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigt, dass hier das Keyword nur zu Hälfte “so beliebt” war wie zum Zeitpunkt mit dem Wert 100. Beim Indexpunkt 0 wiederum liegt die Nachfrage nach dem Keyword unter 1 Prozent im Vergleich zu den maximalen Suchanfragen in dem betrachteten Zeitraum.

WICHTIG:

Bei den angegebenen Werten handelt es sich demnach nicht um die tatsächlichen Suchvolumen zu den verschiedenen erfassten Zeitpunkten. Um diese Daten zu erhalten, müssen Sie das Keyword im Google Keyword-Planer oder in anderen Keyword-Tools analysieren.

So können Sie das Beispiel “lesen”

Seit Mitte 2012 ist das Interesse an dem Keyword stetig gestiegen. Jedes Jahr ist Ende Dezember (Weihnachtszeit) ein Einbruch zu verzeichnen. Dieser könnte dadurch entstehen, dass viele Marketer in dieser Zeit Urlaub haben und sich daher nicht oder weniger mit ihren geschäftlichen Themen auseinander setzen.

Der Google-Trend Verlauf zum Keyword "Content Marketing" in den letzten 5 Jahren

Des Weiteren können Sie aus dem Chart ablesen, dass das Thema Content Marketing innerhalb Deutschlands vor allem in Berlin (Platz 1) und Hamburg (Platz 2) viel gesucht wird.

Google Trends zeigt die Regionen, in denen das Keywords "Content Marketing" am meisten nachgefragt werden
Google-Trends zeigt auch, in welchen Regionen das Keyword am meisten gesucht wurde

Zuletzt erhalten Sie in der Übersicht eine Liste verwandter Themen sowie ähnliche Suchanfragen. Diese Keywords können als Inspiration zu neuen Inhalte dienen. Die Relevanz der Begriffe im Verhältnis zu “Content Marketing” können Sie prüfen, indem Sie die Begriffe miteinander vergleichen. Diese Funktion bietet Google Trends ebenso.

Verwandte Themen und ähnliche Suchanfragen zum Keyword "Content Marketing" liefert Google Trends
Google Trends liefert ebenso Hinweise zu ähnlichen Suchanfragen und verwandten Themen zum eingegebenen Keyword.

Die Suchkriterien bei Google Trends

Zudem bietet Google Trends Ihnen die Möglichkeit, Ihre Suche nach folgenden Merkmalen zu filtern:

  • geographisch: nach Städten und Ländern
  • zeitlich

So können Sie beispielsweise herausfinden, wie häufig das Keyword „Silvester“ im Januar 2015 in Stuttgart gesucht wurde. Oder wie viele Menschen in Shanghai derzeit Interesse an Regenschirmen haben.

Eine weitere Funktion, die das Tool bietet, ist die Einteilung der Keywords in Kategorien. Sie können also Ihren Suchbegriff auf eine gewisse Kategorie (z,B. Marketing und Werbung) beschränken. Dadurch erhalten Sie einen eingegrenzten Überblick und unter Umständen auch andere Ergebnisse zu Themen- sowie verwandten Suchanfragen. Diese Clusterung kann dazu führen, dass ein  angezeigtes Trendthema  und suchstärkster Begriff nicht deckungsgleich sind. Das Trendthema kann mehrere Keywords beinhalten, wohingegen es sich beim suchstärksten Begriff nur um ein einzelnes Keyword handelt. Dies berücksichtigt Google und unterscheidet zwischen den beiden Ausprägungen.

Kategorien bilden eine Möglichkeit in Google Trends, Suchbegriffe zu analyisieren
Sie können Begriffe in Google Trends auch in bestimmten Kategorien analysieren

Weiterhin können Sie Ihre Ergebnisse nach folgenden Formaten filtern:

  • Bilder
  • News
  • Shopping
  • Videos
Die Websuche in Google Trends hilft, beliebte Format zu einem Keywords zu recherchieren
Ihre Suchanfrage in Google Trends lässt sich auch nach verschiedenen Formaten filtern

Die erhobenen Daten werden im zeitlichen Verlauf dargestellt. Daraus lassen sich Statistiken erstellen, welche wiederum herangezogen werden, um Prognosen abzuleiten.

Somit können Sie mit Google Trends sowohl einen Rückblick, eine Momentaufnahme als auch ein Blick in die Zukunft vornehmen.

Wie kann man es einsetzen?

Es gibt verschiedene Einsatzmöglichkeiten für Google Trends:

Gesellschaftliche Trends erkennen

In jeder Branche gibt es „trendige“ Themen. Um diese rechtzeitig zu erkennen und für sich zu nutzen, kann Google Trends hilfreich sein. Sind die Trends identifiziert, können diese beispielsweise prominent auf der Website, dem Blog oder anderen Kanälen platziert werden. Allerdings sollten Sie bei Google-Trend-Analysen zusätzliche Quellen hinzuzuziehen. Denn Sie erhalten lediglich relative Zahlen zu den Keywords. Daher ist es ratsam, mittels eines Keyword-Planers das Suchvolumen in absoluten Zahlen zu ermitteln.

Saisonale Schwankungen erkennen

Es gibt einige Themen, deren Relevanz je nach Saison variiert. Ein gutes Beispiel ist die Modebranche: In welcher Saison das Interesse an Herren-Anzügen am größten ist, lässt sich mit Google Trends ermitteln. Hierfür untersucht man das Keyword „Anzug“  im Zeitraum der letzten 5 Jahre. Als Ergebnis erhalten Sie ein Chart, das zeigt: Im Herbst ist das Interesse an dem Thema am größten. Aus diesen Ergebnissen können und sollten die Unternehmen Rückschlüsse für ihr SEO ziehen. Weiß man, in welcher Saison die eigenen Themen für die Nutzer relevant sind, können gezielt Angebote lanciert werden. Zudem sollten Sie für „die heiße Phase“ (im Beispiel also im Herbst) neue, interessante Inhalte entwickeln und verbreiten.

Auswertung regionaler Trends

Dank der geographischen Filterfunktion, können die Trends bestimmten Regionen zugeordnet werden. Für Unternehmen hat dies den Vorteil, dass sie die Interessen der Menschen in ihrer Stadt oder ihrem Land herausfinden können. Basierend darauf lassen sich dann die passenden Inhalte oder Produkte anbieten. Somit ist diese Funktion gerade für lokales Marketing sinnvoll.

Suchbegriffe vergleichen

Bei Google Trends können mehrere Keywords miteinander verglichen werden. Ein solcher Vergleich hilft dem Unternehmen, aus dem breiten Themenspektrum Schwerpunkte für sich zu identifizieren und diese entsprechend intensiver zu behandeln. Wählt man anstelle von „Suchbegriff“ ein „Thema“, liefert Google verschieden Keywords, die zum Thema passen. Auf diese Weise erhalten Sie Ideen für Suchbegriffe, die noch nicht präsent waren.

Mit der Konkurrenz vergleichen

Des Weiteren ist ein Wettbewerber-Vergleich mit dem Tool möglich. So sind Sie in der Lage Marketing-Maßnahmen abzuleiten, wodurch Sie Ihre Marktposition stärken sowie ausbauen. Auch der Vergleich zweier Konkurrenz-Unternehmen kann interessant sein, um zu beobachten, welche Entwicklungen es im Markt gibt.

Was sind Vor- und Nachteile?

Vorteile

  1. Kostenfreie Nutzung: Das Tool kostet nichts. Google Trends ermöglicht dem Unternehmen, sich kostenlos über aktuelle Trends zu informieren. Aus den Ergebnissen lassen sich dann entsprechende Handlungsempfehlungen ableiten.
  2. Zugriff auf große und relevante Datenmengen: Google ist mit 2 Billionen jährlichen Suchanfragen in 2016  die weltweit führende Suchmaschine. All diese Anfragen werden gespeichert und bei Google Trends im zeitlichen Verlauf dargestellt. Die Masse an Daten ermöglicht es Google, bei den Trends verlässliche Informationen zu liefern.
  3. Visualisierung der Ergebnisse: Bei Google Trends lassen sich die Interessen in Charts visualisieren. Diese Darstellungsform erleichtert es, die Ergebnisse zu verstehen und Maßnahmen abzuleiten.

Nachteil

Das Tool fokussiert sich auf den zeitlichen Verlauf und stellt keine absoluten Zahlen zur Verfügung. Die Werte zu den einzelnen Stichtagen stellen immer das Suchvolumen im Verhältnis zum höchsten Punkt (dem Indexwert 100) dar. Dieser höchste Wert kann jedoch wechseln: Denn je nachdem, wann Sie einen Suchbegriff eingeben, kann sich dieser Wert ändern.

Da in Google Trends nicht angegeben wird, wie hoch das maximale Suchvolumen zu einem Begriff ist, ist die Relevanz eines Themas nur eingeschränkt zu prüfen: Denn der Indexwert 100 kann sowohl bedeuten, dass Ihr Suchbegriff lediglich maximal 5-mal in dem eingestellten Zeitraum gesucht wurde. Oder dass Nutzer maximal 10.000-mal den Begriff bei Google im betrachteten Zeitraum eingegeben haben.

Daher ist es empfehlenswert, Ihre Keywords immer auf die absoluten Suchvolumen parallel zu prüfen.

Fazit: Google Trends unterstützt Ihr SEO

Google Trends ist – neben der Keyword-Reccherche – eine weitere Möglichkeit, die Such-Intension Ihrer Nutzer besser einzugrenzen. Entsprechend können Sie Ihren Content anpassen und erhöhen so die Chance auf bessere Rankings in der Suchmaschine. Es zahlt folglich auf Ihre Suchmaschinenoptimierung (SEO) ein.

Natürlich lässt sich nicht jeder Trend auf das eigene Unternehmen übertragen. Aber mit Google Trends erhalten Sie einen guten Überblick, wie (und wo) sich relevante Themen entwickeln. Dazu ist es natürlich notwendig, die richtigen” also suchstarken, Keywords (vorher) zu ermitteln.

Das Tool ermöglicht es Ihnen demnach, Suchanfragen im zeitlichen Verlauf prüfen und neue Themen zu entdecken. Mit Hilfe dieser Daten sind Sie also in der Lage, sich einen Wettbewerbsvorsprung in Ihrer Nische auf- und auszubauen.

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