Für Sie kuratiert und übersetzt: Neil Patel gibt Einblick in eigene Erhebungen, die zeigen, wie Sie Ihre Conversion-Rate verbessern können

5 überraschende Entdeckungen für Ihre Conversion-Optimierung

Funnel

In dem folgenden Artikel mit dem Originaltitel “Neil Patel’s 5 Surprising Conversion Rate Optimization Discoveries” zeigt einer der absoluten Content Marketing-Experten, Neil Patel (@neilpatel), welche Punkte Sie bei einer der Optimierung Ihrer Conversion-Rate unbedingt berücksichtigen sollten. Dabei greift er auf eigene Analysen zurück und teilt diesen Erfahrungsschatz mit seinem Publikum.

5 überraschende Entdeckungen für Ihre Conversion-Optimierung

Conversion-Optimierung kann ganz schön verwirrend sein.

Idealerweise führen wir Optimierungen auf Datenbasis durch. Zahlen und Daten – das sind die kalten, objektiven Wahrheiten des Split Testing. Realistisch gesehen richten wir aber unsere Handlungen nach Ahnungen, Heuristiken und Musterbeispielen aus. Obwohl einige dieser Ahnungen vielleicht richtig sind, könnten andere völlig verzerrte Annahmen sein.

Ich habe meine Websites schon optimiert, bevor Conversion-Optimierung überhaupt zum großen Thema wurde. Jedes Mal, wenn ich den Punkt ‚Optimierung‘ angreife, entdecke ich dabei Überraschendes.

Zum Beispiel habe ich mal die Hypothese aufgestellt, dass eine kurze, knappe Landing Page (Kontrollgruppe) höhere Conversion-Rates einbringt als ihre längere Variante (Variable im Experiment). Indem wir Tests durchgeführt haben, wurde meine Hypothese dann allerdings komplett über den Haufen geworfen.

In diesem Artikel werde ich einige der Überraschungen preisgeben, die ich durch meine Bemühungen im Bereich Conversion-Optimierung entdeckt habe. Ich nenne sie „unterschätzte Elemente“, weil wir oft nicht groß darüber nachdenken. Sie tauchen kaum in Artikeln über „Die besten Ideen für Split Testing“ oder so auf.

Der Sinn und Zweck dieses Artikels besteht darin, für diejenigen, die mit ihrer Conversion-Optimierung ins nächsthöhere Level aufsteigen möchten, Ideen zu säen und deren Gedeihen zu fördern. Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie irgendwelche von diesen Ideen testen oder etwas daran verändern, und welchen Einfluss das hat!

  1. Schriftart

Schriftarten spielen bei der Optimierung der Conversion eine große Rolle.
Laut Jeremy Smith sind „Schriftarten und Typographie einer der am häufigsten vernachlässigten Bereiche der Conversion-Optimierung”.

Wenn Sie einmal darüber nachdenken, werden Sie verstehen, warum das so ist. Alles, was wir lesen, hat eine bestimmte Schriftart. Etwas lesen zu können ist nur eine Seite der Medaille. Die Art und Weise wie wir es lesen ist hingegen der Faktor, der Conversion-Rates beeinflusst.

Jede Schriftart sagt mit ihrem Stil etwas aus – klar, modern, verlässlich, angenehm, vertrauenswürdig, angesehen, beständig, vergnüglich und so weiter. Diese Gefühle haben einen großen Einfluss darauf, wie oft oder zu welchem Grad Conversion stattfindet.

Schauen Sie sich einmal diese Infografik an:

1_Psychology Behind type Choice

Merken Sie, wie jede einzelne der unterschiedlichen Schriften ein anderes Gefühl auslöst?

Die Haupteinteilung von Schriftarten wird nach Serif oder Sans Serif vorgenommen. Sans Serif-Schriftarten, wie Helvetica und Arial, haben einen klaren und modernen Look. Serifenschriften, wie Georgia und Times, werden typischerweise in Büchern und Printmedien genutzt, weil die zusätzlichen Linien an den Buchstaben die Lesbarkeit verbessern.

2_Serif Font Sans Serif Font

Sans Serif-Schriften werden normalerweise in Überschriften verwendet, weil das Fehlen der Serifen den Leser dazu zwingt, einen Buchstaben nach dem anderen in den Blick zu nehmen und er den Text nicht mit einer einzigen fließenden Augenbewegung erfassen kann. Diese leichte Verzögerung führt dazu, dass der Nutzer der Überschrift mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Diese zwei Hauptkategorien sind erst der Anfang. Es gibt Millionen von unterschiedlichen Schriftarten. Jede Schriftart beeinflusst auf ihre eigene Weise das Verständnis und den Fokus des Lesers. Die Frage ist, “Welche Schriftart funktioniert am besten?” Die eine richtige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Das kommt ganz auf Ihre Website, Ihre Zielgruppe und viele weitere Faktoren an.

Hier sind ein paar Vorschläge:

  • Serifenschriften können dazu beitragen, die Vertrauenswürdigkeit zu erhöhen.
  • Comic Sans und Papyrus waren noch nie eine gute Idee (Quelle).
  • 12-Punkt-Schriften lassen sich am schnellsten lesen (Quelle).
  • Times und Arial-Schriftarten werden am schnellsten gelesen.

Denken Sie daran, dass viele Leute über Mobilgeräte auf Ihren Content zugreifen. Wie Schriften auf Mobilgeräten dargestellt werden, ist ebenso wichtig wie die Darstellung am Desktop. Die begrenzte Bildschirmfläche bedeutet für Sie weniger Flexibilität, wenn Sie ungewöhnliche Schriftarten verwenden.

  1. Kerning

Wahrscheinlich kommt Ihnen so etwas wie „Kerning” oder „Unterschneidung“ selten in den Sinn, wenn überhaupt. Das ist in Ordnung, weil es dabei ja auch um Unsichtbares geht. Kerning oder Unterschneidung meint den Abstand zwischen einzelnen Buchstaben.

Jedes der untenstehenden Wörter hat ein unterschiedliches Kerning:

3_Zeichenabstand

Quelle

Kerning fällt uns normalerweise nur dann auf, wenn sich dadurch die Aussage verzerrt:

4_Megafucks

Mit der Wichtigkeit von Kerning habe ich mich schon mal in einem Crazy Egg-Post befasst. Was ich hier sagen will, ist, dass Kerning die Lesbarkeit beeinflusst, was wiederum einen Einfluss auf die Conversion-Rate hat.

Welche Kerning-Anpassungen sollten Sie auf Ihrer Seite ausprobieren, um Ihre Conversions zu erhöhen?

  • Neben einem regulären Test Ihrer Überschriften, schlage ich vor, dass Sie den Zeichenabstand Ihrer Überschriften manuell anpassen. Versuchen Sie es mit einem weiteren vs. einem schmäleren Abstand, und überprüfen Sie, ob das irgendetwas ändert.
  • Probieren Sie verschiedene Zeichenabstände auf Buttons aus.
  • Testen Sie, wie sich Zeichenabstands-Anpassungen im Haupt-Textkörper auswirken. Oft führt ein breiterer Zeichenabstand dazu, dass der Text besser fließen kann, was die Seite „atmen“ lässt.

Der Zeichenabstand beeinflusst, genauso wie die Schriftart, jede Interaktion, die wir mit Content in Schriftform übers Internet haben. Nutzen Sie Ihr Kerning.

  1. Bildschirmauflösung

Die Tage der standardisierten Bildschirmgrößen sind vorbei. Heute gibt es Millionen an unterschiedlichen Displaygrößen, Auflösungen, Pixeldichten, Bildschirmdiagonalen, Größen, Formaten und Formen.

Bildschirmgröße und -Auflösung sind wichtig für Conversion-Optimierung.

Die Schlussfolgerungen daraus bewegen sich im Bereich von „grundlegend“ bis hin zu „fortgeschritten“.

  • Grundlegendes – Machen Sie Ihre Website für alle Bildschirmgrößen zugänglich.
  • Mittlere Schwierigkeit – Wählen Sie Standard-Farben, die Web-geeignet und passend für die verschiedenen Displays sind.
  • für Fortgeschrittene – Führen Sie E-Mail-Analysen durch, zerlegen Sie Listen, und optimieren Sie die Darstellung von E-Mails auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen.

Es ist nicht schwer, Daten herzubekommen, die es Ihnen ermöglichen, etwas für die Optimierung der Bildschirmauflösung zu tun. Ein kurzer Blick in Google Analytics (Audience → Technology → Browser & OS) gewährt Ihnen einen sofortigen Einblick in die Werte zur Bildschirmauflösung Ihrer Zielgruppe.

5_Bildschirmaufloesung

Erstens sollten Sie über den Einfluss, den die Bildschirmauflösung auf Optimierung haben kann, Bescheid wissen. Zweitens sollten Sie Optimierungen entsprechend der Bildschirmauflösung durchführen, die bei Ihrer Zielgruppe am verbreitetsten ist.

Aus den obigen Zahlen könnten Sie sofort ableiten, dass die Mehrheit Ihrer Nutzer sich Ihre Seite über Mobilgeräte ansieht – 360 x 640. Eine einfache Google-Suche zeigt, dass sowohl Nokia als auch Samsung und Sony Smartphones mit dieser Auflösung produzieren.

6_Cell Phone Resolution

Indem Sie integrierte Browser-Tools nutzen, können Sie Ihre Website in der ausgewählten Bildschirmauflösung anschauen, um zu sehen, wie es mit ihrem Rendering-, Lade- und Anzeigeverhalten aussieht.

Um die Anzeige einer Seite von meiner Website, NeilPatel.com, anzupassen, habe ich sie mir in Chrome angesehen.

7_Neil Patel

Dieser Nachforschungs-Ebene ist wesentlich für den Optimierungsprozess Ihrer Seite für die verschiedenen Nutzer.

Abgesehen von mobiler Conversion-Optimierung sollten Sie eine Optimierung der Gesamtauflösung anstreben. Dass die Nutzer mit Ihrer Website auf ganzer Ebene interagieren ist ein wesentlicher Teil Ihrer gesamten Conversion-Optimierung.

  1.  Die Blickrichtung

Viele Websites nutzen Bilder von Menschen. Nur wenige Websites testen allerdings, welchen Einfluss es hat, in welche Richtung diese Menschen schauen. Wenn wir uns Bilder von Menschen ansehen, schauen wir normalerweise in Richtung Augen. Sobald wir die Augen sehen, tendieren wir dazu, ihrer Blickrichtung zu folgen.

Lassen Sie mich das Ihnen zeigen. Auf dem Bild unten schaut die Frau direkt den Betrachter an. Das Eyetracking-Diagramm in Form einer Heatmap zeigt, dass die Nutzer auf die Überschrift und dann auf den Bereich um ihr Auge herum blicken.

8_Blickrichtung_1

Schauen Sie sich jetzt dieses Foto an. Es ist genau das gleiche Bild, abgesehen von der Blickrichtung der Frau. Sie schaut jetzt nach rechts. Die Eye-Tracking Heatmap zeigt, was für einen großen Unterschied das macht. Die Nutzer blicken mit größerer Wahrscheinlichkeit direkt zum Auge der Frau, und dann zum Produkt auf der linken Seite.

9_Blickrichtung_2

Blickrichtungs-Variablen zu testen könnte Ihre Conversion-Rates gewaltig beeinflussen. Auf den meisten Fotos schauen Menschen direkt in die Kamera. Daran sind wir gewöhnt. Aus diesem Grund erregt es mit höherer Wahrscheinlichkeit unsere Aufmerksamkeit, wenn eine Person in eine andere Richtung schaut.

Ich habe mir dieses Anzeigenbild für Quicksprout.com ausgesucht, weil Bens Blick direkt auf den Anzeigentext gerichtet ist. Ich will, dass dieser Anzeigentext gelesen wird. Diese Anzeige funktioniert wirklich gut, und ein ausschlaggebender Grund dafür ist Bens Blickrichtung.

10_Blickrichtung Neil Patel

Sehen Sie sich die vier folgenden Beispiele der Evernote-Homepage an. Alle abgebildeten Personen schauen in die Ferne. Ihr Blick ist allerdings trotzdem in Richtung des Call-to-Action-Buttons gewandt. Das hat Auswirkungen darauf, wie die Betrachter mit der Seite interagieren.

11_Blickrichtung_Evernote

Zwei Versionen einer Landing Page, die ich im Folgenden zeigen möchte, stellen ein weiteres Beispiel dar, wie die Blickrichtung das Verhalten Ihrer Nutzer und, weitergedacht, die Conversion-Rates beeinflusst.

Auf diesem Foto ist ein niedliches Baby, das den Betrachter ansieht:

12_Blickrichtung_Baby

Das ist eine tolle Landing Page und ein großartiges Foto, aber könnte es noch besser gehen? Ja, könnte es. Wenn der Blick des Babys in Richtung Überschrift und Text ginge, würden die Besucher mehr Zeit darauf verwenden, sich die wichtigen Elemente anzusehen.

13_Blickrichtung_baby2

Bilder sollen nicht Ihren Inhalten die Show stehlen. Stattdessen sollten sie das wichtigste Element auf der Seite betonen – den Text und den Call-to-Action.

Diese Landing Page für ein Zahnarzt-Suchportal zeigt drei Personen. Sie schauen sich gegenseitig an, was dazu führt, dass der Blick des Betrachters von Person zu Person gelenkt wird. Das lenkt uns davon ab, in Richtung des Call-to-Action, der Vorteile oder der Telefonnummer zu schauen. Es wäre strategisch sinnvoller, Leute abzubilden, die in Richtung der wichtigen Elemente auf der Seite blicken.

14_Blickrichtung Dentist
  1. Hintergrundfarbe

Als offenkundige Tatsache der Conversion-Optimierung gilt: Farben sind wichtig. Es gibt Massen an Literatur rund um das Thema Farbpsychologie. Einige dieser Lektionen habe ich in meine Infografik Wie Farben die Conversion Rate beeinflussen“ eingebaut.

Die Hintergrundfarbe ist ein Aspekt der Farbpsychologie, den wir tendenziell übersehen. Die Hintergrundfarbe einer Website beeinflusst die Atmosphäre und Wirkung einer Website. Die Atmosphäre wiederum beeinflusst das Verhalten der Nutzer, was Auswirkungen auf die Conversion-Rate hat. Oft konzentriert man sich in der Conversion-Optimierung auf die Farbe der Buttons, der Überschriften oder des Textes. Was tendenziell übersehen wird, ist die Hintergrundfarbe.

Die beiden folgenden Anzeigen haben wahrscheinlich eine unterschiedliche Wirkung auf den Betrachter, je nach Farbpsychologie und Zielgruppe:

15_Hintergrundfarbei SAVE

Die meisten Webdesigner raten von dunklen oder schwarzen Hintergründen ab. Im Fall von Ferrari ist der dunkle Hintergrund allerdings strategisch ausgewählt worden. Warum das? Schwarz beschwört eine Atmosphäre von Luxus herauf, was auch die Assoziation ist, die Ferrari bei seinen Betrachtern auslösen möchte.

16_Hintergrundfarbe Ferrari

Nike andererseits nutzt hier einen weißen Hintergrund mit einer Menge an Negativraum. Warum? Dieses Hintergrund-Farbschema erzeugt ein Gefühl von Freiheit und Bewegung – zwei Aspekte, die für den Erfolg der Markenbildung von Nike maßgeblich sind.

17_Hintergrundfarbe Nike

Schlusspunkt

Das ist erst der Anfang. Es gibt noch so viele weitere Aspekte, die Ihre Website unter der Motorhaube hat, die Ihre Conversion-Rates beeinflussen können. Ich würde Ihnen vorschlagen, auch Folgendes auszuprobieren: Calls-to-Action, die sich auf User-Benefits fokussieren vs. Standard Calls-to-Action, Messgrößen für Social Sharing vs. keine Messgrößen, und unterschiedliche Zeilenabstände für Webtexte. Jedes einzelne dieser scheinbar kleinen Elemente kann zu signifikanten Veränderungen Ihrer Conversion-Rates führen.

Vermuten Sie nichts. Testen Sie alles. Konstante Optimierung ist das Schlüsselwort.

 

Das könnte Sie auch interessieren