Für Sie kuratiert und übersetzt: Josh Steimle erklärt, wie Sie gegen den weltgrößten E-Commerce-Shop in Ihrer Nische ankommen können

Amazon ist hinter Ihnen her – Wie Sie Content Marketing und SEO nutzen können, um es mit Amazon aufzunehmen

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Wussten Sie, dass bereits 30 bis 50 Prozent der deutschen Internetnutzer direkt auf Amazon suchen, wenn sie eine Kaufabsicht haben? Kein Wunder also, wenn der Onlineshop als drittgrößte Suchmaschine (nach Google und YouTube) gilt. Und das macht es für Verlagsunternehmen immer schwieriger, gegen diese Macht anzukommen.

Doch Josh Steimle zeigt einen Ausweg. In seinem von uns übersetzten Beitrag mit dem Originaltitel How to Use Content Marketing and SEO to Compete with Amazon“, erschienen auf sleeknote.com, erklärt er, wie Sie gegen Amazon erfolgreich bestehen können. Lesen Sie also diesen sehr lohnenswerten Beitrag, um auch für Ihren Onlineshop einige Tipps für mehr Sichtbarkeit und zahlende Kunden zu erhalten.

Amazon ist hinter Ihnen her – Wie Sie Content Marketing und SEO nutzen können, um es mit Amazon aufzunehmen

Amazon ist hinter Ihnen her. Wenn Sie eine E-Commerce-Firma leiten, sind das schlechte Neuigkeiten. Die guten Neuigkeiten sind: Sie können gegen Amazon antreten – und gewinnen. Andy Dunn, der CEO von Bonobos, hat in seinem Post aus dem Jahr 2013 auf Medium mit dem Titel E-commerce is a Bear, (‚E-Commerce ist ‘ne schwierige Sache‘) erklärt, dass es vier Arten gibt, wie E-Commerce-Firmen auf Amazon reagieren können:

  • unternehmenseigene Preise, z.B. über Blitzangebote, oder andere Mittel und Wege, wie E-Commerce-Websites Amazon in punkto Preis schlagen können, selbst wenn es nur für einen Tag ist. Dem Fortune-Artikel Why Flash Sales Are In Trouble (‘Warum Blitzangebote ziemlich in der Bredouille stecken’) zufolge scheint diese Strategie allerdings für vormals große Unternehmen wie Gilt nicht so gut zu funktionieren.
  • unternehmenseigene Ware. Sie machen Ihre eigenen Produkte, und Amazon kann da nicht gegen Sie antreten, weil dort nicht dieselben Produkte angeboten werden. Wie Dunn in seinem Post aufzeigt geht es dabei weniger darum, ein E-Commerce-Unternehmen, sondern vielmehr eine Marke aufzubauen.
  • unternehmenseigene Auswahl. Ihre Produkte sind vielleicht im Einzelnen auf Amazon erhältlich, aber nicht auf die Art und Weise, wie Sie sie auf Ihrer Website anbieten. Das ermöglicht es Ihnen, so zu handeln, als hätten Sie firmeneigene Waren im Angebot. Denken Sie nur an Birchbox oder andere E-Commerce-Unternehmen, die mit Abos arbeiten.
  • unternehmenseigene Erfahrung. Haben Sie Erfahrung wie kein anderer vorzuweisen, oder zumindest so, dass Amazon in punkto Kundensupport und weiteren Aspekten es Ihnen nicht so schnell nachmachen kann?

Vor ein paar Jahren haben Sie vielleicht gedacht, dass – neben den oben genannten Faktoren – auch Ihre geografische Lage Sie vor Amazon schützen würde. Weil allerdings Amazon sich nach Europa und Asien ausgebreitet hat, können wir definitiv davon ausgehen, dass Sie nirgendwo sicher sind. Wenn Ihre E-Commerce-Strategie nur aus „Wir sind in Südostasien, und Amazon nicht“ besteht, ist das nur eine Frage der Zeit.

Gibt es noch andere Wege, wie E-Commerce-Firmen Amazon schlagen können? Ja.

Content Marketing

Tom La Vecchia von X Factor Media, ein Beratungsunternehmen für digitales Marketing, meint dazu: „Mit einem Produkt-Review auf YouTube oder einer informationsbezogenen Landing-Page, die ihr Produkt ausführlich und im Detail bewerten, können Sie gut ranken, wenn es sich dabei um Original-Copy handelt und Sie entsprechend reichhaltigen Media-Einsatz betreiben.“

Heißt das, dass Sie Amazon in den Rankings auf Google einfach dadurch schlagen können, dass Sie besseren Content produzieren? Nicht unbedingt. Amazon hat als Website eine extrem hohe Glaubwürdigkeit, die man nur schwer übertreffen kann, und außerdem reichhaltigen Content, Content in Form von User-Beiträgen und oftmals irrsinnig viele Backlinks zu den Produktseiten. Aber was, wenn Sie Ihr Content Marketing dazu nutzen können, um quasi die Nummer zwei direkt nach Amazon zu werden?

Einer Studie von Chitika, einem Onlinenetzwerk für die Werbeanzeigen, aus dem Jahr 2013 zufolge, erhält das erstplatzierte Google-Suchergebnis ungefähr 33% des Traffics. Die Nummer 2 bekommt ungefähr 17%, während Nummer 3 ungefähr 12 % erhält.

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Auch wenn der Prozentsatz hier steil abfällt, kann es immer noch eine ganze Menge Traffic für Ihre Website bedeuten, wenn Sie bei einer Produktsuche auf Google auf Platz 2 oder 3 landen. Sobald ein Besucher erst einmal auf Ihrer Website ist, können Sie Ihre Content-Fähigkeiten nutzen, um Ihre Conversion-Rates zu maximieren und sich immer noch eine profitable Nische schaffen.

Longtail-SEO

Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie man Amazons Rankings auf Google schlagen kann? Ja, die gibt es! Tom erklärt dazu Folgendes: „Amazon rankt mit Grundbegriffen, aber wenn es um Longtail geht, können Sie den Sieg davontragen.“

Was genau ist Longtail-SEO? Longtail SEO bedeutet, dass Sie sich anstelle von generischen Keywords eher an undurchsichtigen Keywords ausrichten. Beispielsweise wäre es ziemlich schwierig, Amazons Ranking auf Google für „4 TB externe Festplatte“ zu toppen (ein paar Sites schaffen das – aber das sind auch größere Websites). Aber könnten Sie Amazon auf Google vielleicht mit „Was ist die beste 4 TB-Festplatte für Mac für einen freiberuflichen Webdesigner?“ schlagen? Das wäre eine ziemlich einfache Sache.

„Aber warten Sie mal,” sagen Sie jetzt vielleicht. „Fast niemand tätigt diese zweite Suchanfrage, aber eine MENGE Leute sucht nach „4 TB externe Festplatte.“ Das stimmt natürlich. Sie tun also Folgendes: Sie führen eine Optimierung für Hunderte oder Tausende Longtail-Suchanfragen durch. Wenn Sie den Gesamt-Traffic, den Sie mit diesen Rankings erzielen, zusammenzählen, werden Sie vielleicht feststellen, dass Sie deutlich mehr erreicht haben als Sie mit dem Nummer-Eins-Ranking mit dem generischeren Suchbegriff erzielt hätten.

Außerdem können Sie mithilfe von Longtail-Suchen eine Landing Page erstellen, die perfekt zu dem Suchbegriff passt, auf den Sie abzielen, was in einer höheren Conversion-Rate resultiert. Mehr dazu finden Sie auf Forbes im Artikel The Long Tail And Why Your SEO Keyword Strategy Is Wrong (‘Longtail und warum Ihre SEO-Keyword-Strategie verkehrt ist’).

Bryan Clayton von GreenPal, laut Eigenbeschreibung das Unternehmen für „die ultimative Rasenpflege“, hat eine Fallstudie veröffentlicht, wie sich mithilfe einer Longtail-Strategie in der SEO kleine Websites gegen große behaupten können. „Außer meinem Rasenpflege-Unternehmen verkaufe ich noch 77 Kurse über Udemy, eine sehr bekannte und hoch-rankende Website,“ berichtet Bryan dazu. „Ich poste außerdem Informationen über meine Kurse auf meiner Website, für die ich mit Suchbegriffen ranke, mit denen ich für meine Udemy-Einträge nicht ranken würde.“ Zusammenfassend kommt Bryan zu folgender Festellung: „Die Strategie besteht nicht darin, Amazon mit den gleichen Keywords zu schlagen, sondern mit anderen Keywords zu ranken, die Ihnen trotzdem qualitativ hochwertigen Traffic einbringen.“

Lokale SEO

Bryan nutzt auch lokale SEO, um sich direkt gegen Amazon zu behaupten. „Letztes Jahr hat Amazon den Marktplatz für Home Services, also Dienstleistungen in Haus und Garten, eingeführt, und wir mussten also anfangen, Kopf-an-Kopf direkt dagegen anzutreten“, berichtet Bryan. „Bei Google haben lokale Unternehmen größeres Gewicht in den Rankings, wenn klar ist, dass jemand nach einem Unternehmen sucht, das sich tatsächlich vor Ort oder in der Nähe befindet.

Indem wir entsprechende Citations aufgebaut haben, die Google signalisieren, dass wir ein herausragendes lokales Unternehmen sind, konnten wir uns unsere Büros in jeder Stadt, wo wir tätig sind, voll zunutze machen. „

Lokale SEO ist eine Sache für sich und kann ziemlich verwirrend sein. Es reicht nicht aus, wenn Sie bloß „Wir sind ein lokales Unternehmen!“ auf Ihre Website schreiben und Ihre Adresse dazusetzen. Wenn Sie mehr über lokale SEO erfahren möchten, schauen Sie sich die Moz-Seite für Lokale SEO mal an.

Zusammenfassung

Was ist die beste Strategie, um Amazon zu schlagen? Kombinieren Sie verschiedene Taktiken. Der ultimative K.O.-Schlag für Amazon könnte vielleicht sein, dass Sie unternehmenseigene Waren produzieren, Ihr Content Marketing kreativ nutzen, auf Longtail-Keywords abzielen und sich auf lokale SEO konzentrieren. Eine Kombination aller Taktiken wird vermutlich nur für sehr wenige E-Commerce-Unternehmen infrage kommen, aber eine Kombi aus einer oder zwei taktischen Maßnahmen kann fast jedes E-Commerce-Unternehmen als Strategie nutzen.

Sam Williamson, der Eigentümer von FishTankBank.com, kombiniert als Erfolgsrezept Longtail-SEO und Content Marketing.  Seine Erklärung: „Die SEO-Strategie für meine E-Commerce-Website besteht aus zwei Hauptelementen; extrem tiefgehende Keyword-Recherche und viraler Content. Ich verfolge lieber weniger umkämpfte Keywords, die Amazon übersehen hat. Dann leite ich sehr große Mengen an Traffic auf die Produktseiten, indem ich Content erstelle, der Spaß macht und das Interesse der Leser weckt anstatt einfach nur das Produkt zu beschreiben.“

Beispielsweise gibt es viele Aquariumsdekorationen mit dem Batman-Theme auf Amazon, aber nur sehr wenige optimierte Listings. Sam hat eine Seite auf seiner Website erstellt, die direkt auf Batman-Keywords abzielt. Die Seite umfasst mehr als 600 Wörter, und sobald Sam mit der Erstellung fertig war, teilte er den Post auf Websites wie Reddit und Google+. Innerhalb von ein paar Wochen hatte er sich damit den ersten Platz für diverse relevante Suchbegriffe erkämpft. „Nimm das, Amazon!”

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