Charlie Patel erklärt, warum das Pareto-Prinzip ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Content Marketing-Strategie ist

Wie man die 80/20-Regel auf Content Marketing anwendet

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Wer weiß nicht, dass in der Regel 80% des Ergebnisses aus 20% des Aufwandes resultiert. Soweit die Theorie, denn nicht immer wird das Pareto-Prinzip auch praktisch im Arbeitsalltag umgesetzt. Dabei wäre es gerade vor dem Hintergrund des in den meisten Redaktionen vorherrschenden Zeitmangels eine gute Lösung, um seine Ressourcen ideal einzusetzen und das Maximum zu erreichen.

Charlie Patel hat sich auf triberr.com genau mit diesem Thema beschäftigt. Denn sein Artikel mit dem Originaltitel „Applying the 80/20 Rule to Content Marketing“ zeigt er sehr ausführlich, wie man das Pareto-Prinzip auf das eigene Content Marketing anwendet. Wir von Communicate And Sell haben diesen sehr lohnenswerten Beitrag exklusiv für Sie übersetzt. Lesen Sie also Charlies Artikel, um auch für sich noch mehr herauszuholen!

Wie man die 80/20-Regel auf Content Marketing anwendet

Es ist Montag, und wir alle freuen uns total auf eine weitere Woche Produktivität. Weil viele von uns Online-Unternehmen leiten, kennen Sie wahrscheinlich schon das Pareto-Prinzip – oder die 80/20-Regel – was sich folgendermaßen definieren lässt:

Das Pareto-Prinzip (auch bekannt als 80/20-Regel) besagt, dass sich in vielen Fällen ungefähr 80% der Effekte aus 20% der Ursachen ergeben.

Vom Konzept her erscheint das logisch und offensichtlich. Allerdings wenden wir dieses Prinzip nur sehr selten auf unsere tägliche Arbeit an.

  • Wie viele Stunden oder Tage haben Sie damit verbracht, geniale Blog-Posts zu erstellen, die es nie in die Liste der meistgelesenen Einträge Ihrer Website schaffen werden?
  • Wie oft haben Sie Stunden mit ziellosem Surfen verbracht, auf der Suche nach einem Foto oder nach Inspiration beim Überfliegen fremder Blogposts?
  • Wie viele Tage haben Sie damit verbracht, kleine Änderungen an Ihrem Blog-Design vorzunehmen, die überhaupt nichts bewirkt haben?
  • Oder damit, Präsentationen vorzubereiten, und auf Konferenzen Vorträge zu halten, die Ihnen aber nur einen kurzzeitigen Erfolg für Google Analytics einbringen?

Sollten Blogger die 80/20-Regel auf Content anwenden?

Zu dieser Frage gibt es ebenso klare wie konträre Positionen. Leute wie Derek Halpem von ↘Social Triggers, Sujan Patel, Mark Schaefer von ↘BusinessGrow, und viele weitere Marketingfachleute haben sich mit diesem Thema befasst. Auch wenn es sowohl für als auch gegen die Anwendung der 80/20-Regel auf Content Marketing berechtigte Argumente gibt, können wir uns alle darauf verständigen, dass letztlich alles auf die Ergebnisse hinausläuft.

Wie man die 80/20-Regel auf Content anwendet

Vielleich haben Sie den Eindruck, dass die 80/20-Regel nur irgendeine willkürliche Formel ist, die von cleveren Marketingleuten umfunktioniert wurde. Ist sie definitiv nicht. Seit 1906 hat sich dieses Prinzip aus der Wirtschaftstheorie entwickelt, ist dann in die Unternehmenstheorie und schließlich in viele Aspekte unseres täglichen Lebens eingegangen (denken Sie zum Beispiel an Zeitmanagement!). Das Pareto-Prinzip beschreibt die ungleiche Verteilung der gemessenen Kriterien. Ob es dabei auf Vermögen, Umsatz, Produktion, Zeit oder Content angewandt wird, ist unbedeutend. Die Formel basiert auf der Tatsache, dass die meisten gemessenen Kriterien ungleich verteilt sind.

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Kurz, das Prinzip bildet eine solide Richtlinie, aber sollte nicht wörtlich angewendet werden. Es zwingt uns dazu, die Ergebnisse all unserer gesammelter Aktionen zu bewerten. Wo es zutrifft, liegt es dann an uns, diejenigen Handlungen zu identifizieren, die den größten Effekt haben.

Warum die 80/20-Regel für’s Content-Marketing eine Rolle spielt

Autor / Content Creator / Marketingfachmann zu sein – das ist eine zeitaufwendige und verantwortungsvolle Aufgabe. Üblicherweise wird hier Pat Flynn zitiert, der mal gesagt hat, dass aufstrebende Podcaster nicht mit dem Podcasting anfangen sollten, solange sie sich noch nicht entschieden haben, sich so einer großen, verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen (so in etwa). Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann hatten Sie wahrscheinlich – und haben auch noch – Probleme mit Content-Erstellung und -Verbreitung. Es gibt vieles, das für die Produktion von High-Quality Content, der auch wahrgenommen wird, eine Rolle spielt.

  • Brainstorming & Recherche
  • Schreiben und/oder Erstellen
  • Redigieren
  • Automatisieren
  • Promoten

Eine ganze Menge Mühe wird dafür aufgewendet, lohnenswerten Content zu erstellen. Ein Beispiel: Ein Post, den wir kürzlich erstellt haben – Der ultimative Guide zur Media Kit-Erstellung. Das war eine ziemlich zeitaufwendige Sache. Der Erstellprozess umfasste Folgendes: Wir sind von der ersten Idee zur groben Outline gegangen, haben Tage damit verbracht, mehr als 50 bereits veröffentlichte Media Kits zu reviewen, haben einen Entwurf veröffentlicht, Grafiken und unterstützende Visualisierungen erstellt, sind nochmal verschiedene Versionen der einzelnen Posten durchgegangen und haben eine Checkliste mit den einzelnen Schritten zur Content-Erstellung fertiggestellt, die wir mit Ihnen demnächst in einem Post teilen werden. Das scheint, als wäre es viel zu viel Arbeit! Aber es ist nun mal der Aufwand, der betrieben werden muss, um qualitativ hochwertigen Content zu erstellen, der ins Auge fällt – besonders, wenn man berücksichtigt, wie viel Content im Web schon existiert. Wenn wir alle diese Stunden und Mühen zusammenrechnen, wie können wir das dann wieder hereinholen?

Die 80/20-Regel anwenden?

Die wörtliche Anwendung: Wenn man die 80/20-Regel wörtlich anwendet, dann sollten wir 80% unserer Zeit dazu verwenden, Content zu promoten. Für mein obiges Beispiel heißt das: Wenn die Erstellung des Posts insgesamt 10 Stunden gedauert hat, würde es darauf hinauslaufen, dass wir ihn dann 40 Stunden lang promoten. Das ist weder ideal noch effizient und wird wahrscheinlich auch nicht großmächtig viel bewirken.

Die realistische Herangehensweise: Das Prinzip besagt, dass 80 % unserer Ergebnisse aus 20% unserer Aktivitäten resultieren (ungleiche Verteilung). Wenn wir uns daher auf diese 20% fokussieren, die ständig und konsistent Traffic, Engagements, Traffic, und Abonnenten in die Höhe treiben, können wir so die optimalsten Aktivitäten herausfinden. Wir werden unser Hauptaugenmerk also auf diese 20% legen, um 80% der Action zu kreieren.

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Es wäre nicht praktisch gedacht, zu sagen, dass alle Contentmarketingfachleute dem “Weniger erstellen, mehr promoten”-Konzept folgen sollten, wenn das Gegegenteil genauso effektiv sein kann. Ein paar Leute müssen vielleicht nicht so viel promoten wie andere, die gerade erst einsteigen und noch kein etabliertes Publikum haben. Der Punkt hier ist doch, dass es bei der 80/20-Regel im Content-Marketing-Bereich nicht darum geht, mehr zu promoten oder weniger zu erstellen, sondern es geht darum, die 20% in Ihrem Content-Marketing-Paket zu finden, die Ihnen die 80% der Ergebnisse einbringen.

Im Anschluss können Sie dann zusätzliche Handlungsmaßnahmen ergreifen, die Ihre Ergebnisse weiter verbessern.

Wie man die 80/20-Regel auf Content-Marketing anwendet

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Gehen wir mal davon aus, dass Ihr Content fantastisch ist (natürlich ist er das). Hier kommt eine grobe Anleitung, wie Sie die 80/20-Regel auf Content-Marketing anwenden können.

1) Data tracken! – Wenn Sie Content für eine Website oder einen Blog erstellen, nutzen Sie auf jeden Fall ein Analyse-Tool (Google Analytics oder irgendwelche anderen Statistiken, die von Dritten bereitgestellt werden.) Data!

  • Google Analytics ist fantastisch. Nutzen Sie’s! Erstellen Sie UTMs oder verfolgbare Links, die zurück auf Ihren Content verweisen
  • Tracken Sie Ihre Traffic-Quellen um zu ermitteln, woher Ihre Besucher kommen

2) Identifizieren Sie die 20%

  • Nehmen Sie’s nicht wörtlich. Eigentlich suchen Sie nach jenen wenigen Aktivitäten, die Ihnen die meisten Ergebnisse bescheren, das muss nicht ganz genau 20% entsprechen
  • Ein Beispiel: Die Google Analytics-Daten zeigen Ihnen, dass Twitter die führende Traffic-Quelle ist. Jetzt, da Sie wissen, dass Twitter-Traffic für unsere symbolischen 80% der Ergebnisse verantwortlich ist, sollten Sie analysieren, was genau Sie auf Twitter tun, um diese Art von Traffic zu erhalten. Möglicherweise beobachten Sie, dass das Teilen von Content über Twitter und die Nutzung relevanter Hashtags den größten Einflussfaktor darstellt. Sie stellen auch fest, dass vornehmlich Tweets zwischen 9 und 11 Uhr morgens die Leute schwerpunktmäßig anziehen. Über simple Logik stellen Sie jetzt fest, dass diejenigen 20% Ihrer Aktivitäten, die zu 80% Ihrer Ergebnisse führen, aus Tweets mit bestimmten Hashtags zu einer bestimmten Uhrzeit bestehen.

3) Verbessern Sie die 20%

  • Jetzt, wo Sie wissen, welche 20% für Sie funktionieren, wird es Zeit, dass Sie diese Aktivitäten weiter verbessern. Was ist der nächste Schritt?
  • Brainstormen Sie, wie Sie Twitter noch besser für sich nutzen können.
    • Lassen Sie Ihren Twitter-Account wachsen, indem Sie mehr Zeit dafür investieren, mit anderen zu interagieren und sich Follower aufzubauen
    • Tweeten Sie öfter während der Spitzen-Aktivitätszeiten auf Twitter
    • Erstellen Sie Listenangebote, die auf Ihren beliebtesten Tweets basieren
    • Erhöhen Sie die Qualität Ihrer Tweets, um sicherzustellen, dass die Tweets, die Sie zwischen 9 und 11 Uhr morgens rausschicken, auch interessant sind
    • Planen Sie ein Dutzend einzigartige (und verfolgbare) Tweets ein, die auf ihren Artikel verlinken (messen Sie über einen oder zwei Monate hinweg nach, mit welchen das am besten klappt) – siehe auch: Content umfunktionieren
    • Investieren Sie eine kleine Menge an Anzeigengeldern auf Twitter (d.h., ca.5 € pro Wochentag)
    • Setzen Sie sich ein übergeordnetes Ziel und einen bestimmten Zeitrahmen, um die Effektivität nachzuverfolgen und zu erhöhen

4) Evaluieren, optimieren, wiederholen

  • Evaluieren Sie das Ergebnis
  • Verbessern Sie den Prozess unter Einbezug von Daten
  • Wiederholen Sie das Ganze für weiteren Content

Das ist ein stark vereinfachtes Beispiel. Der dargestellte Prozess ist allerdings trotzdem solide und kann auf verschiedene Marketing-Ziele, z.B. Newsletterabonnenten, E-Commerce-Sales etc., angewendet werden. Das Wichtigste dabei ist, das einfach zu tun, Daten zu nutzen und Ihre Aktivitäten zu messen, um sich stärker auf die Aktivitäten zu fokussieren, die den größten Effekt auf Ihr angestrebtes Ergebnis haben.

Zufälligerweise hat Gary Vee gerade ein Video über das Konzept des Tun und Testens herausgebracht. Vielen Dank für diese zufällige Übereinstimmung, hier ist das Video:

Die Endaussage

So sieht’s aus: Es gibt große Unterschiede in den Content-Marketing-Zielen jedes Unternehmens oder jedes Content-Erstellers. Die Zeit, um Ergebnisse zu erzielen, ist begrenzt. Meine erfolgbringenden 20% sind vielleicht nicht dieselben wie Ihre 20%. Da gibt es keine Einheitsgröße. Allerdings ist das Konzept, dass 80% Ihrer Ergebnisse aus 20% Ihrer Marketing-Aktivitäten generiert werden, kaum bestreitbar. Normalerweise stimmt das! Machen Sie was draus.

Schluss mit Lesen. LOS, TUN SIE WAS. Aber sagen Sie uns erst einmal, was für Sie funktioniert, und was nicht.

 

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