Wie Sie Googles Datenschatz nutzen, um mit Ihrem Content Ihre Zielgruppe richtig anzusprechen

Keyword-Analyse mit dem Google Keyword-Planer

The word "Keywords" handwritten with white chalk on a blackboard

Früher hat man in Nachschlagewerken oder in Bibliotheken gesucht, Magazine gelesen, sich an Fachleute gewandt, herumgefragt – heute sucht, wer etwas wissen will, in einer Datenbank oder im Internet. Dort bemüht er eine Suchmaschine. Ohne Suchmaschine wäre das Internet de facto wertlos. Wie eine gewaltige Bibliothek ohne Katalog. Man würde Informationen auf einer relevanten Webseite nur aus Zufall finden. Eine organisierte Suche ist nur mit einer Suchmaschine möglich. In Deutschland heißt diese Suchmaschine Google.

Wie Sie diese Suchmaschine für Ihr digitales Marketing einsetzen können, um mehr und neue Nutzer zu erreichen, erfahren Sie in diesem Artikel:

In diesem Artikel finden Sie

Was die Menschen wirklich interessiert?
Google sagt es uns.

Ca. 95% der Online-Suchanfragen in Deutschland laufen über die  Suchmaschine Google. Das bedeutet: Faktisch hat der Alphabet-Konzern mit seiner Suchmaschine in Deutschland ein Suchmonopol. Auch wenn man Monopole nicht mag, ergibt sich daraus doch ein Vorteil für alle, die sich Marketing befassen: Wir müssen uns beim Online Marketing nur auf eine Suchmaschine konzentrieren, nicht auf diverse verschiedene.
Aus diesem Suchmaschinenmonopol folgt: Google bildet die Wirklichkeit ab. Wenn wir davon ausgehen, dass Dinge, die gesucht werden, v.a. online gesucht werden, können wir davon ausgehen, dass sich diese Suchen in der Suchmaschine des Alphabet-Konzerns wiederfinden. Diese Suchen wiederum bedeuten nichts anderes als die Nachfrage nach bestimmten Themen und somit oft – direkt oder indirekt – auch nach Produkten. Die Suchmaschine weiß also, wonach die Menschen suchen und sammelt und speichert diese Daten in einer Datenbank. Auf diese Weise entsteht ein gewaltiges Wissen, ein riesiger Datenschatz, der fürs Online Marketing und SEO von unschätzbarem Wert ist. Denn er eröffnet uns extrem wertvolle Einsichten über unsere Zielgruppen und ermöglicht uns Marketing-Ideen, die wir sonst höchstwahrscheinlich nie gehabt hätten. Damit wird eine gezielte Optimierung des Contents auf unserer Webseite möglich (SEO).

Zugang zum Datenschatz: Die Keyword-Tools (u.a. der Keyword-Planer)

Bis vor kurzem ging Google noch sehr großzügig mit diesem Datenschatz um und ließ uns hineinschauen – bis hinunter auf einzelne Keywords. Möglich war und ist das mit dem Keyword-Planner , mit dessen Hilfe Sie die Anzahl der monatlichen Suchen zu bestimmten Suchbegriffen (also Keywords) abrufen können.
Das Tool richtet sich an die Werbekunden der Suchmaschine, die ihre eigene Reichweite und Sichtbarkeit als Werbefläche (womit der Großteil des Geldes verdient wird) vermarktet. Um diesen Werbeplatz für sich nutzen zu können, gibt es daher die Möglichkeit,sogenannte AdWords-Kampagnen zu schalten:
Bei Google Adwords geht es darum, den langwierigen Prozess der Erzeugung generischer Sichtbarkeit in der Suchmaschine in gewisser Weise zu umgehen und für das eigene Angebot Sichtbarkeit zu kaufen (ähnlich wie man mit einer Anzeige Sichtbarkeit im redaktionellen Umfeld einer Zeitung oder Zeitschrift kauft, also Paid Media). Indem man diese  AdWords – einen Suchbegriff, bzw. Keyword – „kauft“, wird man von der Suchmaschine im Kontext der generischen, also der „echten“, vom Suchalgorithmus erzeugten Suchergebnisse dieses Keywords als Anzeige dargestellt. Ein wirksames Mittel im Online Marketing, da so potentielle Kunden auf die Webseite des Werbenden geleitet werden.
Man reist mit diesen Kampagnen gewissermaßen als zahlender Trittbrettfahrer (Achtung, Stilblüte!) auf der „echten“ Sichtbarkeit der generischen Suchergebnisse mit und erhält so „gekaufte“ Sichtbarkeit zu den entsprechenden Keywords, weshalb die entsprechenden Einträge (ganz oben und links auf der Google-SERP) auch als „Anzeige“ gekennzeichnet sind.
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Die rot-umrandeten Felder zeigen gekauften Anzeigen über Google AdWords

Man reist mit Google AdWords gewissermaßen als zahlender Trittbrettfahrer (Achtung, Stilblüte!) auf der „echten“ Sichtbarkeit der generischen Suchergebnisse mit und erhält so „gekaufte“ Sichtbarkeit zu den entsprechenden Keywords, weshalb die entsprechenden Einträge (ganz oben und links auf der Google-SERP) auch als „Anzeige“ gekennzeichnet sind.

Vorher konnte also jeder, ob Werbekunde oder nicht, den Keyword-Planner nutzen. Nun ist das Tool tatsächlich – wie bereits ursprünglich angedacht – den Googles Werbekunden vorbehalten. Erst wenn Sie Geld für eine Kampagne investieren, erhalten Sie aussagekräftige Daten, welche Begriffe wie oft gesucht werden und welche weiteren Suchworte in diesem Umfeld ebenfalls relevant sind.

Sie können das Tool zwar immer noch kostenlos verwenden, doch erhalten Sie weitaus ungenauere Suchangaben zu den Keywords, als es vorher der Fall war.

Wenn Sie jedoch bereits AdWords-Kunde sind und eine Kampagne geschaltet haben, erhalten Sie weiterhin Zugriff auf konkrete Daten. Das Problem ist allerdings, dass es von Google keine Hinweise gibt, wie hoch der Wert eine Kampagne sein muss, um das Tool uneingeschränkte und mit detaillierten Daten einsetzen zu können.

Als Alternative können Sie das – allerdings kostenpflichtige – Tool Searchmetrics nutzen. Mit diesem erhalten Sie (fast) die gleichen Ergebnisse wie mit dem Keyword-Planner, da Searchmetrics auf die Google-Datenbank zugreifen darf.

Das Prozedere der Keyword-Recherche mit dem Planner oder mit Searchmetrics ist sehr ähnlich, sodass Sie die folgende Anleitung auch für Searchmetrics oder andere Tools verwenden können.

Hier ein Überblick zu Keyword-Tools:

  • Keyword-Planner (vorausgesetzt, Sie sind AdWords-Kunde)
  • Searchmetrics
  • KeywordFinder

Wenn Sie also AdWords-Kunde sind, dann sind Sie in der Lage. das nützliche Keyword Tool für unsere Recherche zweck zu entfremden. Denn wir wollen ja keine AdWords schalten, sondern es für eine Recherche dazu nutzen, was unsere Zielgruppe interessiert und bewegt, um mit Hilfe dieses Wissens selbst Content für unsere Webseite zu produzieren und auf diese Weise eigene generische Sichtbarkeit zu diesen Keywords in der Suchmaschine zu bekommen.

Wir möchten durch unsere eigene Sichtbarkeit in der Suchmaschine gefunden werden und uns nicht bloß als Trittbrettfahrer mit AdWords Sichtbarkeit kaufen. Denn klar ist: Das Vertrauen in die generischen Suchergebnisse ist erheblich höher als das in gekaufte Adwords- Anzeigen. Sichtbarkeit kaufen kann jeder. Sie selbst aufzubauen, ist deutlich schwieriger und zeitaufwendiger, aber auch nachhaltiger.

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Die Nachfrage-Analyse

Um den Keyword-Planer zu nutzen und eine Recherche zu starten, benötigen Sie einen Google-Account (Sie „zahlen“ mit Ihren Daten!) und müssen eine Werbekampagne angelegt bzw. geschaltet haben.
Die Nutzung des Keyword-Planers (früher: Keyword Tool) ist mehr oder minder selbsterklärend. Wir überlegen uns zunächst, welche Frage unsere Zielgruppe stellt. Welche Information ist gefragt? Welches Problem soll gelöst werden? Dazu versetzen wir uns selbst so gut es geht in unsere Zielgruppe hinein. Buyer Personas sind hierfür äußerst hilfreich, da sie die Fokussierung auf die relevanten Teile und Aspekte der Zielgruppe erleichtern und es vermeiden, dass wir uns mit ungeprüften Annahmen und Ideen über die Zielgruppe verzetteln. Buyer Personas ermöglichen die Optimierung unserer Vorstellung von unserer Zielgruppe.
Haben wir uns das Problem der Zielgruppe vor Augen geführt und daraus eine Frage abgeleitet, verfügen wir über Ideen darüber, was unsere Zielgruppe von der Suchmaschine erwartet und was wir entsprechend auf unserer Webseite bieten sollten. Diese Erwartungshaltung müssen wir jetzt noch in eine Suchanfrage, d.h. in konkrete Keywords, umsetzen. Dabei kann es sich um ein einzelnes Keyword (z.B.“ Content Marketing“) oder um eine ganze Suchphrase (z.B. „Was ist Content Marketing?“) handeln. Haben wir uns für einen Begriff oder eine Suchphrase entschieden, gehen wir in den Keyword-Planer und geben diesen Begriff dort ein, um eine Recherche zu starten. Hierbei müssen wir darauf achten, für die Optimierung der Recherche diese nach Möglichkeit einzugrenzen und z.B. das Land anzugeben, dessen Suchnachfrage zu unserem ausgewählten Begriff wir erfahren wollen (in diesem Fall Deutschland). Auch die Sprache ist wesentlich (und korreliert natürlich häufig mit der Auswahl des Landes, in diesem Fall Deutsch). Diese Eingrenzungen sind relevant, da wir in diesem Recherche-Beispiel davon ausgehen, dass wir uns für den deutschen, deutschsprachigen Markt für „Content Marketing“ interessieren.

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Das Ergebnis, welches die Suchmaschine uns liefert, enthält bereits eine Menge an Informationen, die uns dabei helfen, unsere Zielgruppe zu verstehen und die Relevanz bestimmter Ideen einzuschätzen. Die wesentliche Information, die Google uns liefert, ist zunächst einmal die Anzahl der monatlichen Suchanfragen für das Keyword „Content Marketing“. Diese liegt immerhin bei 8.100. Das Keyword „Content Marketing“ wird in Deutschland also 8.100 mal im Monat gesucht. Diese Zahl sollte man nicht auf die Goldwaage legen. Die Suchmaschine nimmt hier eine Rechnung vor und ermittelt einen Durchschnittswert. Dennoch wissen wir jetzt bereits erheblich mehr über das Thema und bekommen eine Vorstellung von seiner Relevanz. Pro Jahr haben wir es für „Content Marketing“ immerhin mit rund 100.000 Suchanfragen pro Jahr zu tun (8.100 x 12).

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Weiterhin liefert uns die Suchmaschine eine Übersicht darüber, wie sich diese Suchen über das Jahr verteilen (die Grafik mit den blauen Balken). Wir sehen, dass bei „Content Marketing“ eine recht gleichmäßige Verteilung vorliegt. Der Begriff wird mehr oder minder gleichbleibend stark über das Jahr gesucht. Wir haben es also nicht mit einem saisonal geprägten Thema zu tun, bei dem sich die Nachfrage auf bestimmte Zeiten im Jahr konzentriert. „Content Marketing“ ist vielmehr ein grundsätzliches strategisches Thema, bei dem es unterjährig kaum Unterschiede in der Nachfrage gibt. Hieraus können wir ableiten, dass es sich grundsätzlich lohnt, das Thema „Content Marketing“ mit einer gleichmäßig über das Jahr ausgespielten Marketingstrategie zu bearbeiten (auch AdWords würden sich hier lohnen). Wichtig: Bei anderen Keywords kann sich das vollkommen anders verhalten, daher muss man hier stets differenzieren!
Die nächste wichtige Information, die uns unsere Recherche liefert, sind Ideen für weitere Keywords. Bei der Ermittlung dieser Keywords greift Google ebenfalls auf die Auswertung seiner Suchdaten zurück. Diese Auswertung sagt uns an dieser Stelle, welche Keywords diejenigen, die nach „Content Marketing“ gesucht haben, ebenfalls nachgefragt haben. Google liefert uns also das kontextuell relevante Umfeld des Suchbegriffes „Content Marketing“. Beispielsweise erfahren wir hier, dass offenbar der Begriff „content marketing institute“ im Kontext von „Content Marketing“ häufig gesucht wird. Diese Information ermöglicht interessante Rückschlüsse auf die Interessen und das Verhalten der Zielgruppe. Beim „Content Marketing Institute“ handelt es sich um das Unternehmen des amerikanischen Content Marketing-Gurus  Joe Pulizzi. Das Content Marketing Institute ist wiederum der Veranstalter der jährlich in Cleveland stattfindenden „Content Marketing World“.
Google zeigt sich weiterhin großzügig und erlaubt uns, sämtliche kontextuell relevanten Keywords (298 Stück) als Liste im Excel-Format herunterzuladen und z.B. in eine Datenbank zu integrieren.

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Wir verfügen damit über Daten, die wir beliebig weiterverarbeiten können. In dieser Excel-Liste sind für uns v.a. die Spalten „Keyword“ und „Avg. Monthly“ (durchschnittliche Anzahl monatlicher Suchanfragen) relevant.

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Ein Blick auf die Liste zeigt uns, welche weiteren Keywords im Umfeld von „Content Marketing“ relevant sind. So ist etwa das Thema „social media marketing“ im Umfeld von „Content Marketing“ ebenfalls relevant und wird mit 4.400 monatlichen Suchen pro Monat auch gut nachgefragt. Wenn wir die gesamte Liste auf diese Weise durchgehen, bekommen wir ein recht vollständiges Bild über die tatsächlichen Interessen unserer Zielgruppe und können entsprechend Ideen für den Content auf unserer Webseite entwickeln. Diese Informationen sind von unschätzbarem Wert, um unser eigenes Content-Angebot zum Thema „Content Marketing“ richtig aufzustellen. Wir können anhand des Excel-Exports aus dem Keyword-Planer in der Liste ziemlich genau sehen, welche Themen und Ideen besonders relevant sind und welche weniger. Wir können aus diesen Suchbegriffen Rückschlüsse darauf ziehen, was unsere Zielgruppe wirklich interessiert, welche Fragen sie stellt, mit welchen Problemen sie sich beschäftigt und was sie entsprechend von einer relevanten Webseite erwartet. Wir können durch diese Recherche einerseits vermeiden, relevante Themen und Ideen im Umfeld von „Content Marketing“ unberücksichtigt zu lassen. Andererseits können wir ausschließen, bei der Content-Produktion für unsere Webseite aufs völlig falsche Pferd zu setzen und über Themen bzw. Keywords zu schreiben, von denen wir zwar glauben, sie seien relevant, die aber in der Suche nur mit sehr geringen Anzahlen monatlicher Suchen vorkommen – also für die Zielgruppe offensichtlich nicht oder nur begrenzt relevant sind.

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Weitergehende Rückschlüsse

Insbesondere die monatliche Verteilung der Suchen ist eine Information, die weitere Rückschlüsse für unser Online Marketing und SEO zulässt. Denn längst nicht alle Begriffe weisen ein über das Jahr mehr oder minder konstantes Suchvolumen auf (wie „Content Marketing“). Ein Suchbegriff wie „Oktoberfest“ verhält sich z.B. völlig anders. Das sollte entsprechend auch zu anderen Rückschlüssen führen.

 

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Das Thema „Oktoberfest“ ist mit 74.000 monatlichen Suchen erheblich stärker nachgefragt als unser Keyword „Content Marketing“. Das verwundert nicht, da „Content Marketing“ ein B2B-Fachthema ist, während die Wiesn ein international gehyptes Event sind. Hier haben wir die meiste Zeit des Jahres eine eher geringe Anzahl von Suchen. Ab Juli steigt diese Zahl dann ganz langsam an, um im September schlagartig ihren Höhepunkt zu erreichen. Im Oktober selbst sinkt die Zahl dann bereits wieder erheblich. Hier lohnt es sich, sich die Daten genau anzuschauen. Das Thema „Oktoberfest“ ist, da das Oktoberfest alljährlich im Oktober stattfindet, ein typisches saisonales Thema. Ein naheliegender Fehler wäre jedoch zu glauben, dass die Nachfrage hauptsächlich im Oktober stattfände. Wir jedoch sehen im Keyword-Planer, dass dem nicht so ist. Die Story hinter den Zahlen ist eine andere. Offensichtlich bezieht sich die Nachfrage nach „Oktoberfest“ hauptsächlich auf die Vorbereitungsphase, die im Juli beginnt und dann im September, also unmittelbar vor dem eigentlichen Oktoberfest, ihre größte Stärke erreicht.

Diese Information ist für uns von hoher Relevanz. Wollten wir etwa zum Thema Oktoberfest mittels Content für unsere Webseite Sichtbarkeit erzeugen, würde uns diese Auswertung sowohl sagen, wann wir mit unserem Content vertreten sein müssen (schon ab Juli bis September) als auch, in welche thematische Richtung unser Content gehen sollte. Denn offenbar befasst sich unsere Zielgruppe v.a. mit Themen, die zur Vorbereitung des Oktoberfestes gehören, nicht zum unmittelbaren Besuch des Oktoberfests selbst. Hierfür spricht z.B., dass die Suchbegriffe „oktoberfest outfit“ und „oktoberfest dirndl“ im kontextuellen Umfeld von „Oktoberfest“ vorkommen. Hier geht es mit einiger Wahrscheinlichkeit um die rechtzeitige Ausstattung mit den richtigen Outfits für die Wiesn. Dass diese Suchanfragen vor dem eigentlichen Event auftauchen, leuchtet spontan ein.
Wir können die Informationen, die Google uns im Keyword-Planer zur Verfügung stellt, also nicht nur nutzen, um uns einen Überblick über die Interessen unserer Zielgruppe zu verschaffen und unser eigenes Content-Angebot auf unserer Webseite entsprechend aufzustellen bzw. die Optimierung von vorhandenem Content (SEO) zu leisten. Wir können auch Rückschlüsse darauf ziehen, wann wir diese Interessen mit der größtmöglichen Aussicht auf Erfolg adressieren und welche Intentionen hinter diesen Suchen stehen.
Insgesamt stellt uns Google mit dem Keyword-Planer also ein äußerst wirkungsvolles Keyword Tool zur Verfügung, das uns, richtig eingesetzt, weitgehende Rückschlüsse auf die Interessen und Intentionen unserer Zielgruppe erlaubt. Dass wir dieses Keyword Tool, so wir es selbst nicht dazu nutzen, um über AdWords Anzeigen in Google zu schalten, letztlich zu SEO-Zwecken zweckentfremden, braucht uns dabei nicht zu stören.

Ist eine reine Keyword-Optimierung nicht mehr SEO-gemäß?

Wir haben gesehen, wie Sie die Suchanfragen Ihrer Nutzer systematisch sammeln und filtern können. Diese Übersicht zeigt uns, welche Begriffe künftig in Inhalten, Überschriften und Meta Description sinnvoll eingesetzt werden sollten. Nur: Ist eine reine Optimierung der Inhalte auf Keywords überhaupt noch SEO-gemäß? Sollte man nicht vielmehr “größer” denken, also in ganzen Themengebieten?

Keywords oder Themen ist folglich die Frage. Und diese greift auch kein geringerer als der SEO-Experte und Influencer Rand Fishkin in einem seiner Whiteboard Fridays auf.

Zunächst ist zu klären, was sich eigentlich hinter dieser Fragestellung verbirgt. Keywords spielen, wie bereits mehrfach erwähnt, eine wichtige Rolle bei der Suchmaschinenoptimierung. Doch die reine Verbesserung Ihrer Blog-Posts auf einzelne Keywords reicht immer weniger aus, um bei Google eine vordere Platzierung zu erhalten. Und hier greift der sogenannte “holistische Ansatz”. Das bedeutet, ein Thema möglichst vollumfassend abzudecken und sich somit nicht nur auf einzelne Suchbegriffe zu konzentrieren.

Vielmehr sollten Sie Ihrem Nutzer sämtliche Informationen, also ebenso zu dessen Suche thematisch verwandte und passende Inhalte liefern. Man erschafft demnach “Themenwolken”.

Suchmaschinen, allen voran Google, präferieren laut vieler Aussagen diesen Ansatz immer mehr. Der Grund ist einfach: Der Nutzer erhält einen größeren Mehrwert und bessere Ergebnisse zu seiner Suchintension. Und Qualität sowie eine möglicht exakte Überschneidung zwischen Suchergebnis und Suchintension ist das oberste Bestreben von Google.

Keywords sind jedoch deswegen nicht unwichtig. Schließlich bilden sie die digitale Nachfrage ab. Sie zeigen somit, welche Themen relevant sind. Statt jedoch Ihren Content auf einzelne Stichworte zu optimieren, sollten Sie versuchen in Themen “zu denken” und nicht lediglich in Keywords. Sie bieten so Ihrem User hilfreicheren Content. Zudem beziehen Sie durch diesen Ansatz automatisch Begriffe mit ein,  die für Ihre User wichtig sind und sie ebenso besetzen. Jedoch ohne, dass Sie Ihre Inhalte direkt darauf abstimmen.

Dass sowohl Keywords als Themen für ein optimales Ranking bei Google entscheidend sind, zeigt auch Rand Fishkin in seinem Artikel Can SEOs Stop Worrying About Keywords and Just Focus on Topics? – Whiteboard Friday”. Die übersetzte Version seines Blog-Posts können Sie übrigens exklusiv hier lesen.

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

7 weitere Möglichkeiten, relevante Themen zu finden

Neil Patel, einer der größten Content Marketing-Experten in der Branche, weiß, wie man auch neben dem Keyword-Planner und Searchmetrics Themen findet, die die User interessieren. Dazu zählt er auf seinem Blog neilpatel.com “8 Keyword Research Tips You Need to See to Believe”   folgende Optionen (eine davon ist der Keyword-Planner) auf:

Möglichkeit 1: Die interne Seiten-Suche

Laut Neil nutzen 30 Prozent der Website-Besucher die interne Suchfunktion. Und diese Nutzer wiederum lassen sich mit einer fünfmal-höheren Wahrscheinlichkeit konvertieren.

Um zu wissen, welche Begriffe User auf Ihrer Seite suchen, müssen Sie Ihre Suchfunktion mit Hilfe von Google Analytics tracken. Nachdem Sie diese Einstellung vorgenommen haben, erhalten Sie in Google Analytics eine Übersicht, welche Keywords besonders häufig eingegeben werden. So erhalten Sie Ideen für neue Inhalte Ihrer Content-Strategie.

Möglichkeit 2: Die Google-Vorschläge

Ebenfalls Hinweise auf relevanten Themen liefert Ihnen Google persönlich – und zwar in Form von Suchvorschlägen. Diese sind laut Neil stets aktuell – denn die Suchmaschine aktualisiert diese alle zwei bis drei Tage. Sobald Sie einen Begriff oder eine Phrase eintippen, erhalten Sie sofort verwandte Keywords.

Andere Vorschläge finden Sie am Ende der ersten SERP (Search Engine Result Page). Auch diese dienen als Inspiration für die Content-Erstellung.

Möglichkeit 3: “People also Ask”-Boxen

Google bietet neben den Featured Snippets ein neues Feature: Die “People also Ask”-Boxen. Leider ist dieses Tool in Deutschland noch nicht verfügbar.

Möglichkeit 4: Die Seedkeywords

Eine Art Echtzeit-Abfrage ist mit dem Tool Seekeywords möglich. Dazu kreieren Sie ein sogenanntes “Szenario” mit einer Frage, zum Beispiel “Sie wollen eine Content Marketing-Strategie entwickeln, wie informieren Sie sich?”. Diese geben Sie in den Suchschlitz ein, wodurch eine URL generiert wird.

Den Link können Sie dann per Email, Social Media oder auf Ihrer Website posten. So erhalten Sie von unterschiedlichen Nutzer eine Antwort, also deren Suchanfragen. Diese Keywords bekommen Sie dann in einer Liste.

Das Tool eignet sich sicherlich nicht für jedes Thema, ist aber eine ideale Möglichkeit, Keyword-Recherche zu betreiben. Und das Beste: Seedkeywords ist kostenlos!

Möglichkeit 5: Das Tool Answer the public

Ebenfalls neuen Input für Ihre Content-Produktion liefert Ihnen das Tool Answer the public. Hier sehen Sie zu eingegebenen Keywords, welche Fragen Nutzer stellen. Wie genau das Tool funktioniert, lesen Sie jetzt in dem Artikel “Content-Produktion für User – mit Tools? Mit Tools!”.

Möglichkeit 6: Der BulkKeywordGenerator

Wenn vor allem die lokale Suche für Sie relevant ist, dann kann Ihnen das Tool BulkKeywordGenerator nützlich sein. Damit sind Sie in der Lage Suchbegriffe für Ihre Branche speziell für Ihre Region zu recherchieren.

Zunächst wählen Sie Ihre Nische aus. Dann müssen Sie Ihr Tätigkeitsfeld noch enger eingrenzen und zum Schluss Ihre Region eingeben. Als Ergebnis bekommen Sie eine Liste mit Keywords, nach denen Nutzer in diesem Zusammenhang suchen. Da Sie sich die Begriffe als CSV.-Datei herunterladen können, ist eine Sortierung und Filtern möglich.

Möglichkeit 7: SEMrush

Wenn Sie eine Liste an Keywords haben, müssen Sie deren Potenzial prüfen; denn ein Thema kann zwar aus Ihrer Sicht interessant sein und wird auch gesucht, allerdings im Vergleich zu anderen Begriffen weniger. Somit sollten Sie, bevor Sie Content zu einem Keyword produzieren, dessen Suchvolumen sowie das Wettbewerbsumfeld prüfen.

Ein Tool, mit dem das leicht machbar ist, heißt SEMrush.

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

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