Warum auch Marketer "Kuratoren" sein sollten, welche Vorteile das Kuratieren von Inhalten besitzt und wie Sie am besten vorgehen

Kuratieren, aber richtig!

Kuratierung_844

Immer neue Themen zu finden, dazu Inhalte zu produzieren und entsprechend zu gestalten kostet vor allem eines im Content Marketing: viel Zeit. Denn erstens handelt es sich meist um stets neuen, eigenen Inhalt. Zweitens ist eine gewisse Masse an regelmäßigem Content notwendig, damit die Zielgruppe Sie überhaupt wahrnimmt. Gleichzeitig muss die Qualität gewährleistet sein.

Es gibt jedoch eine Option, die Abhilfe schafft und Ihr Zeit- sowie Projektmanagement bei der Content-Produktion optimiert: Das Kuratieren (oder auch die sogenannte Content Curation).

In diesem Artikel finden Sie

Was bedeutet Kuratieren eigentlich?

Unter dem Begriff versteht man das Suchen, Sammeln, Aufbereiten und Veröffentlichen von Fremdinhalten auf der eigenen Website. Sie stellen folglich Content von anderen Blogs, Anbietern oder Websites zur Verfügung, der eine hohe Relevanz für die Nutzer in Ihrer Branche besitzt.

Curata, eine etablierte und namhafte Agentur, die das Thema besetzt und vorantreibt, beschreibt die Content Curation wie folgt:

Unter Content-Kuratierung versteht man ein Verfahren, bei dem eine Person (oder eine Gruppe) ständig den wichtigsten und hochwertigsten digitalen Content zu einem bestimmten Thema für ihrer Zielgruppe findet, organisiert, mit Kommentaren versieht und teilt.

Natürlich sollten Sie immer auf die Quelle verweisen, von der Sie den Inhalt kuratiert haben.

Das Kuratieren von Inhalten ist vergleichbar mit der Tätigkeit eines sogenannten Kurator oder Kuratorin in einem Museum: Sie tragen zu Themen verschiedene Bilder, Dokumente oder andere Kunstgegenstände in einer Ausstellung zusammen und machen sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Vorteil für Ihre Zielgruppe liegt auf der Hand: Sie bieten einen Mehrwert, indem Sie Informationen liefern, die sich die Nutzer ansonsten selbst aufwendig „zusammensuchen“ müssten.

Ein weiteres Beispiel der Content Curation ist der Newsletter. In diesem stellen Sie alle wesentlichen Inhalte von Ihrem Blog zusammen und dem Email-Empfänger in einer übersichtlichen Form zu verfügen.

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

Die Vorteile

Warum es sich lohnt, Kuratieren in Ihre Content-Strategie zu integrieren, zeigen folgende Punkte:

Zeitersparnis

Statt aufwendig Themen zu recherchieren und Inhalte zu erstellen, ist das Kuratieren zeitsparender. Indem Sie relevanten Content identifizieren, können Sie auf Ihrer Website zu den entsprechenden Artikeln verweisen. Dazu reicht ein kurzer Text über den kuratierten Artikel und natürlich den Link zu Original-Quelle. Sie optimieren so Ihr Zeitmanagement.

Weniger Ressourcenaufwand

Neben weniger Zeit, müssen Sie für das Kuratieren auch weniger Ressourcen einplanen. Das wirkt sich wiederum positiv auf Ihr Projektmanagement aus.

Kompetenz stärken

Durch das Kuratieren sind Sie in der Lage, (fast) alle relevanten Themen in Ihrer Nische abzudecken. Somit werden Sie zu der kompetenten Anlaufstelle im Netz für Ihre Branche. Denn die User erkennen, dass sie bei Ihnen alle wichtigen Inhalte erhalten und müssen folglich nicht selbst danach suchen.

Mehr Bekanntheit

Indem Sie sich als zentrale Quelle für Ihre Zielgruppe positionieren, steigt Ihre Bekanntheit und dadurch der Traffic für die Seite.

Besseres Google Ranking

Je mehr relevante Inhalte Sie für Ihre Zielgruppe auf der Seite bereitstellen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit zu mehr gesuchten Keywords zu ranken. Und das wiederum zahlt auf Ihr Google Ranking (also der Sichtbarkeit bzw. Auffindbarkeit in der Suchmaschine) ein. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der kuratierte Content qualitativ hochwertig ist und zudem der Such-Intension Ihrer Nutzer entspricht.

Wettbewerbsvorteil

Da Sie sich als „Aggregator“ aller wichtigen Inhalte Ihrer Nische positionieren und so den Nutzern einen echten Mehrwert bieten, sichern Sie sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

Die Anleitung zum Kuratieren

Wenn Sie nun Fremdinhalte in Ihre Website aufnehmen wollen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

1. Die Quellen

Zunächst benötigen Sie qualitative Quellen, die Sie kuratieren können. Denn wichtig ist: Sie müssen auch mit dieser Variante Nutzen bieten!

Eine Möglichkeit besteht darin, sich eine manuelle Liste zu gestalten, sprich: Sie suchen selbst im Netz nach Informationen, die Ihrer Meinung nach relevant für Ihre Nutzer sind. Das ist jedoch aufwendig und kostet Sie vor allem wieder Zeit. Schneller und effizienter ist es hingegen, wenn Sie einigen Tools zu arbeiten:

BuzzSumo

Mit diesem Tool können Sie zu einem bestimmten Keyword Inhalte im Netz finden. BuzzSumo sortiert diese dann anhand der Social-Shares. Weitere Filterfunktionen sind Zeitraum, Sprache oder auch Formate. So erkennen Sie, welcher Content Aufmerksamkeit erzeugt und daher auch für Ihre Nutzer interessant sein könnte.

Kosten: sowohl als Freeware-Version verfügbar oder kostenpflichtig mit mehr Features.

Feedly

Feedly sammelt Ihnen sämtliche Beiträge von Quellen, die Sie vorher ausgewählt haben. Es ist eine gute Möglichkeit, viele verschiedene Themen im Überblick zu behalten genauso wie die Wettbewerber.

Google Alerts

Auch Google liefert eine Option, ständig aktuelle Inhalte zu ausgewählten Themen zu erreichen. Und zwar mit dem sogenannten Google AlertsEinfach Gebiete anklicken und festlegen, wie oft Sie über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert werden wollen. Sie erhalten dann eine Email mit den aktuellen Informationen und können diese wiederum kuratieren.

Neben diesen drei genannten “Helferlein” kennt Katerina Petropoulou auf business2community.com glücklicherweise noch weitere Tools, mit denen Sie sich diesen Arbeitsschritt erleichtern können:

Unroll.Me

Newsletter sind eine gute Möglichkeit, einen Überblick zu wichtigen Themen zu erhalten. Statt diese jedoch selbst zu sichten, kann das Tool Unroll.Me diese Arbeit für Sie übernehmen.

Content Gems

Content Gems ist eine Plattform, auf der Sie Inhalte kuratieren und zugleich posten können. Anhand der Interessen, die Sie eingeben, bekommen Sie entsprechende Vorschläge geliefert.

Klout

Auf Basis Ihres Twitter-Profils und den Themen, die Sie in Ihrer “Biografie” (kurz “Bio”) angegeben haben, filtert Klout Content, der für Sie interessant sein könnte. Natürlich können Sie Ihre Themenfelder jederzeit anpassen und/oder ergänzen.

Quuu

Auch mit Quuu haben Sie die Möglichkeit, relevante Inhalte zu finden. Gleichzeitig bietet das Tool die Option, entsprechend passende Tweets zu verbreiten.

Mentia

Einen Überblick, welche Themen die meiste Aufmerksamkeit auf Facebook, Twitter, Instagram & Co. erzeugt, erhalten Sie mit Mentia. Die Auswahl basiert auf den von Ihnen vorher definierten Suchbegriffen.

Scoop.it

Ebenfalls eine “All-in-One”-Lösung ist das Tool Scoop.it. Hier werden Ihnen Inhalte zu Ihren wichtigen Keywords gesammelt dargestellt. Weiterhin lässt sich über die Plattform die Distribution Ihres Contents automatisieren.

Nuzzel

Wiederum einen Einblick in die am meisten diskutierten Themen Ihrer Twitter-Follower, gibt Ihnen Nuzzel. Denn das Tool zeigt, was bei Ihren Twitter-Followern am meisten geteilt wurde. Diese Informationen können Sie wiederum für die Erstellung Ihrer Inhalte verwenden.

(Quelle: 10 Tools For Discovering Content Your Followers Will Love To Share)

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

2. Das Auswählen

Sobald Sie eine Liste mit potenziellen Inhalten zum kuratieren haben, kommt die Auswahl. Hier gibt es keine allgemeinen Regeln, jedoch einige Aspekte, die Sie beachten sollten:

  • Denken Sie immer aus Sicht Ihrer Zielgruppe! Was ist für sie wirklich relevant? Welches Segment Ihrer Nutzer wollen Sie ansprechen?
  • Prüfen Sie die Qualität! Von wem und für wen wurde der Inhalt geschrieben? Wie vertrauenswürdig ist die Quelle?

Ein weiteres Kriterium kann sein, ob der Post in Social Media viel geteilt wurde. Das verdeutlicht dessen Relevanz für die Branche.

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

3. Die Gestaltung

Nachdem Sie einen passenden Beitrag identifiziert haben, müssen Sie diesen für Ihre Website aufbereiten. Um die genannten Vorteile zu erlangen, sollten Sie den Text neu gestalten und zwar nach folgendem Muster:

  • Neue Headline
  • Neue Subline (Unterüberschrift)
  • Kurze Zusammenfassung des kuratierten Blog-Posts mit Empfehlung, warum es sich für den User lohnt diesen zu lesen. „Kurz“ kann zwischen 200 und 800 Wörter umfassen (je nachdem, wie ausführlich Sie schreiben)
  • Neues Titelbild (Stichwort Urheberrecht!)
  • Deutlicher Hinweis auf die Original-Quelle und auf den Autor

Im Folgenden sehen Sie den exemplarischen Aufbau eines kuratierten Beitrags:

Kuratieren-Aufbausmall
Wie Sie einen kuratierten Beitrag auf der eigenen Website integrieren können. (Für eine vergrößerte Ansicht, klicken Sie auf das Bild)

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

4. Die Distribution

Der Text ist fertig und kann auf Ihrer Seite veröffentlicht werden. Genauso wie Sie Ihre eigenen Beiträge verbreiten, sollte es auch für Ihre kuratierten Inhalte gelten:

  • Post mit Link zum Text für alle Ihre Social Media-Plattformen
  • Original-Quelle und/oder Autor in den Post miteinbinden, z.B. durch ein Handle (@Nutzername)
  • Bei Twitter & Instagram wichtige Hashtags verwenden

Gerade durch den zweiten Punk erhöhen Sie die Chance, mehr Reichweite und Interesse zu generieren. Indem Sie die Websites bzw. Autoren in Ihren Post durch Handles oder Markierungen einbinden, erhalten diese einen Benachrichtigung. Da es wiederum für die kuratierten Quellen positiv ist, von Dritten „empfohlen“ zu werden, reagieren diese mit einem „Teilen“ oder „liken“. Und so erreichen Sie wiederum ein größeres Publikum (Stichwort Earned Media!)

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

Die Anleitung auf einen Blick

Für einen schnellen Überblick, wie Sie richtige Content Curation betreiben, eignet sich die folgende Infografik. Halten Sie sie sich griffbereit, wenn Sie selbst demnächst selbst ins Kuratieren einsteigen:

Die Infografik beinhaltet 4 Schritte, wie Sie beim Kuratieren vorgehen sollten: Als erstes müssen Sie Ihre Quellen definieren. Zweitens sind dann die Inhalte auszuwählen. Im dritten Schritt ist aus den kuratierten Informationen ein eigener Beitrag zu kreieren, wobei immer auf die Originalquelle verwiesen werden muss. Im vierten und letzten Schritt müssen Sie Ihren erstellen Inhalt verbreiten.
Wie Sie richtig Kuratieren, zeigt Ihnen diese Anleitung.

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

6 Regeln für ethisches Kuratieren

Wie bei jeder Erstellung von Inhalten gilt auch beim Kuratieren: Qualität vor Quantität! Diese Methode dient nicht dazu, möglichst viele Inhalte auszuspielen und dabei minderwertige Qualität in Kauf zu nehmen. Es muss sich um Content handeln, der einen Mehrwert für die Zielgruppe hat. Deswegen sollte der Prozess nicht rein automatisiert ablaufen, sondern immer eine „menschliche“ Note enthalten. Nämlich das kritische Auseinandersetzen und Beurteilen der Quellen.

Damit Sie alle genannten Vorteile der Methoden erzielen, sollten Sie folgenden 6 Regeln beachten:

Regel 1: Niemals einen Text via Copy&Paste eins zu eins übernehmen.

Regle 2: Umbenennen des kuratierten Contents.

Regel 3: Geben Sie immer die ursprüngliche Quelle an.

Regel 4: Verweisen Sie auf die Original-Quelle prominent
(z.B. mit einem Button “Weiterlesen”).

Regel 5: Nutzen Sie verschiedene Quellen.

Regel 6: Schaffen Sie einen Mehrwert für den User (wodurch dieser den Ursprungstext nicht mehr benötigt und somit auf Ihre Seite bleibt!).

Alle 6 genannten Regeln finden Sie auch in der untenstehenden Infografik – damit Sie die wichtigsten Infos immer schnell greifbar haben:

Die Infografik zeigt, welche 6 Regeln Sie beim Kuratieren unbedingt einhalten müssen. So sollten Sie niemals Texte nur kopieren und einfügen, sondern immer in eigenen Worten zusammenfassen. Das gleiche gilt für die Überschrift. Natürlich ist es auch wichtig, stets, den Autor und die ursprüngliche Quelle anzugeben und darauf zu verlinken. Letztlich muss der kuratierte Content Ihren Nutzern einen Mehrwert bieten, damit diese nicht auf den Originaltext klicken.
Die 6 wichtigsten Regeln zum ethischen Kuratieren zeigt diese Infografik.

Fazit

Das Kuratieren von Inhalten ersetzt nicht die Erstellung von eigenen, uniquen Texten. Es ist allerdings eine gute Möglichkeit, die Content-Produktion zeit- und ressourcensparender zu gestalten und gleichzeitig die Kompetenz der Marke zu stärken.

Viel Erfolg bei der eigenen Content Curation!

Hier geht’s zurück zur Übersicht.

[996]

Das könnte Sie auch interessieren