Für Sie übersetzt: Rand Fishkin fragt sich auf moz.com: Können SEOs es sich leisten, sich nicht mehr um Keywords zu kümmern, sondern sich stattdessen nur auf Themen zu fokussieren?

Themen statt Keywords?

SEO

Maximale ↘Sichtbarkeit ist für ↘Content Marketing eine Grundvoraussetzung, damit Sie Traffic generieren. Denn dieser bildet wiederum die Basis, um aus Ihrem “Veredelungslift” letztlich zahlende Kunden zu erhalten. SEO ist daher ein wesentlicher Aspekt, wenn man mit seiner ↘Content Marketing-Strategie Erfolg haben will.

Ein wesentlicher Punkt bei SEO ist die Keyword-Recherche. Sie wissen, nach welchen Keywords Ihre Zielgruppe sucht und entsprechend produzieren Sie Content. Aber ist dieses Vorgehen noch “up-to-Date”? Diese Frage stellt sich auch der Experte ↘Rand Fishkin in seinem Beitrag ↘Can SEOs Stop Worrying About Keywords and Just Focus on Topics? – Whiteboard Friday” auf moz.com. Wir von Communicate And Sell haben diesen lohnenswerten Artikel exklusiv für Sie übersetzt. Lesen Sie also Rands Ausführungen, um auch aus Ihrem SEO noch mehr herauszuholen.

Whiteboard-Freitag: Können SEOs es sich leisten, sich nicht mehr um Keywords zu kümmern, sondern sich stattdessen nur auf Themen zu fokussieren?

Sollte man das mit dem Keyword-Targeting komplett fallen lassen? Es gibt große Diskussionen darüber, ob man lieber breitere Themenfelder und Konzepte in den Fokus rücken sollte, um damit Suchansprüchen besser zu gerecht zu werden – denn schließlich handelt es sich dabei um einen großen Schritt und Sie könnten möglicherweise damit Ihren Rankings schaden. Am heutigen Whiteboard-Freitag stellt Rand die gute alte Methode des Keyword-Targeting und die neue Taktik des Konzept- und Topic-Targeting gegenüber. Dabei stellt er einen Handlungsplan vor, dem Sie folgen können, um das Beste aus beidem rauszuholen.

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Video-Transkription

Halli hallo Moz-Fans, und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe meines Whiteboard-Freitags. Diese Woche werden wir ein Thema behandeln, von dem ich wahrscheinlich schon seit gut 6 bis 12 Monaten gedacht habe, dass es für die SEO-Welt bald wichtig wird. Ich glaube, dass es darüber schon seit Hummingbird herauskam kleinere Diskussionen gegeben hat. Im Laufe des letzten Jahres hat sich dieser Gedanke von „Hey, vielleicht sollten wir unsere Optimierung nicht mehr an Keywords oder Keyphrases ausrichten. Vielleicht sollten wir mehr in Richtung Themen und Ideen und einem breiteren Konzept gehen!“ dann ziemlich ausgebreitet.

Ich glaube, dass diese Idee uns schon etwas bringen kann, aber dann gibt es da auch Leute, die es zu weit treiben, die sich von Keywords entfernen und sich dadurch in Wirklichkeit um so viele Suchgelegenheiten und Suchmaschinen-Traffic bringen. Ich werde heute also versuchen, diese beiden Ansätze zu beschreiben – die Methoden der alten Schule und diese noch sehr neue Welt des Topic-Based Targeting, das auf Konzepten und Themen basiert. Und dann werde ich eine dritte Möglichkeit beschreiben, wie man die beiden vielleicht kombinieren und dadurch verbessern kann

Die Klassiker: Keyword-Recherche und On-Page-Targeting

Wenn wir unser Modell der klassischen Keyword-Recherche und des On-Page-Targeting heranziehen, sagt unser SEO vielleicht: „Ja, schön. Auf was genau soll ich denn jetzt abzielen?“

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Nehmen wir mal an, er überlegt sich, welche Flugzeiten am besten sind. Er schreibt eine Reise-Website mit dem Titel „Die besten Flugzeiten”, und dazu gibt es natürlich ein paar Keywords. Er überprüft das Suchvolumen und vielleicht noch ein paar andere Messgrößen für „beste Flugzeiten“, „beste Tage für einen Flug“, „billigste Tage für einen Flug“, „am wenigsten volle Flüge“, „optimale Flugdaten“ etc. Okay, also ein paar unterschiedliche Keywords.

„Okay“, denkt sich unser SEO-Mensch jetzt vielleicht und legt möglicherweise eine Seite für jedes dieser Keywords an. Anfangs vielleicht noch nicht für alle davon. Aber dann überlegt er sich: „Hey, wissen Sie was? Mir geht es ja um „optimale Flugdaten“, „billigste Tage für einen Flug“ und „wann ist am Flughafen am wenigsten los“. Ich mache einfach drei verschiedene Seiten. Ja, der Content ist wirklich ziemlich ähnlich. Alle drei dienen so ziemlich dem gleichen Zweck. Aber das ist ja egal. Ich will, dass jede dieser einzelnen Seiten genau auf die Keywords ausgerichtet ist. Ich will das bestmögliche Keyword-Targeting dafür, das ich erreichen kann.

Vielleicht kann ich dann nicht so viele Bemühungen in den Content und die Recherche dafür investieren, weil ich ja diese drei verschiedenen Seiten erstellen muss. Aber wissen Sie was? Ich werde diese drei schnell mal aus dem Ärmel schütteln. Dann mache ich die anderen, und dann werde ich nochmal drübergehen und mehr Keywords hinzufügen.“

Das ist ein sehr, sehr klassisches SEO-Modell – ziemlich old-school.

New School: Konzept- und Topic-Targeting

Eher „new school”, mit einem bisschen von diesem Konzept- und Topic-Targeting – und wir befinden uns in einer Welt, wo man plötzlich sagt „Wissen Sie was? Ich werde jetzt mal größer denken, und nicht nur in Keywords.“

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„Ich werde das mit den Keywords einfach ignorieren. Über die muss ich mir keine Sorgen oder Gedanken machen. Wie auch immer das Suchvolumen ist, so ist es eben. Wenn ich einen guten Job dabei leiste, auf die Suchintentionen und Konzepte abzuzielen, wird Google dann einen guten Job für mich dabei machen, meinen Content zu erkennen und die Keywords herauszufinden, auf die er verweist. Was das angeht, brauche ich mir keinen Stress machen. Stattessen werde ich darüber nachdenken, wie ich Leuten helfen kann, sich die richtigen Tage für die Buchung Ihres Flugs herauszusuchen.

Also mache ich mir Gedanken über die Wochentage, und vielleicht brainstorme ich ein bisschen und mache ein paar User-Recherchen. Vielleicht nutze ich ein paar
Topic-Association-Tools, um zu versuchen, meinen Blick darauf zu erweitern, wie die Suchabsichten so aussehen. Also dann – Wochentage, die richtigen Monate, die Unterschiede zwischen verschiedenen Airlines, vielleicht Unterschiede zwischen verschiedenen Flughäfen, die besten Wochen. Vielleicht sollte ich auch die unterschiedlichen Länder berücksichtigen, oder Preis versus Flexibilität, und wann man sich Bonus-Programme (wie dieses Sammeln von ‚Meilen‘) zunutze machen kann oder auch nicht.

Okay. Jetzt habe ich mir den ultimativen Guide für eine clevere Flugplanung ausgedacht. Ich habe da jetzt großartigen Content. Ich habe ein Diagramm parat, bei dem man tatsächlich unterschiedliche Länder oder unterschiedliche Airlines auswählen kann und das Datum, oder die Wochen oder die Wochentage angezeigt bekommt, an denen man die billigsten Flüge buchen kann. Das ist einfach supertoller, genialer Content, und er erfüllt ganz wunderbar seinen Zweck.“ Dieser Content wird ums Verrecken nicht ranken.

Ich will nicht unhöflich sein. Es ist ja nicht so, dass Google das nie mit dieser Art von Keywords in Verbindung bringen wird. Aber wenn viele Leute nach „beste Wochentage für einen Flug“ suchen und Sie den „Ultimativen Guide für clevere Flugplanung“ anbieten, könnten Sie noch so phänomenale Arbeit leisten, Leuten mit dieser Suchabsicht zu helfen. Google wird allerdings keinen besonders guten Job darin machen, für Sie mit dieser Suchphrase zu ranken, und daran ist nicht unbedingt nur Google schuld. Viel hat damit zu tun, wie das Web mit Content umgeht.

Man bringt großartigen Content wie diesen heraus. Vielleicht greifen viele Blogs darauf zurück. Neue Seiten greifen darauf zurück. Man schreibt darüber. Leute verlinken darauf. Wie beschreiben sie den Content? Naja, sie beschreiben ihn als Guide für clevere Flugplanung. Das sind also die Begriffe und Phrasen, die man damit verbindet – und das sind nicht die gleichen Begriffe und Phrasen, die jemand mit einem genauso guten Guide, der die Keywords allerdings intelligent und wirksam einzusetzen versteht, verbinden würde.

Eine clevere Kombi

Meine Empfehlung also: Verbinden Sie diese beiden Ansätze. Mit einer cleveren Kombi dieser Techniken können wir tolle Ergebnisse auf beiden Seiten verzeichnen. Eine gute Modellierung nach Konzepten und Themen ist zweckdienlich für die Suchenden und zielt auf viele verschiedene Keywords in einem bestimmten Suchintentions-Modell ab, und wir können das ganze so modellieren, dass wir geschickt auf Keywords in unserem Titel, unsere Überschriften, unsere Unterüberschriften und den Content auf der Seite abzielen, sodass wir tatsächlich ein ordentliches Suchvolumen kriegen und mit den Keywords ranken, die uns dauerhaft Traffic einbringen.

Ich nehme also meine Keyword-Recherche-Ideen und meine Tool-Ergebnisse aus diesen ganzen Übungen, die ich hier gemacht habe, her. Ich schnappe mir meine Brainstorming-Ideen zu Topics und Konzepten, vielleicht ein paar aus meinen Topic-Tool-Ergebnissen und meine User-Rechercheergebnisse. All das nehme ich her und packe es zusammen, gruppiert nach kombinierbaren Keyword-Targets (ich zeige Ihnen gleich, was ich damit meine) mit den richtigen Messgrößen, in eine Liste von Konzepten und Suchbedürfnissen, auf die unser Content Antworten gibt.

Ich könnte also sagen, ich habe zwei Keyword-Gruppen. Die eine dreht sich um „Wochentage“, und dann gibt es noch eine andere, wo es um „beste Zeiten im Jahr“ geht. Ja, teilweise überschneiden sie sich. Es könnte Leute geben, die nach zwei Aspekten gleichzeitig suchen. Aber eigentlich unterscheiden sich die zwei Suchanfragen ziemlich stark in ihrer Intention. „Beste Wochentage“ – das ist wohl jemand, der weiß, dass er zu irgendeinem Zeitpunkt fliegen wird und er möchte nur gerne wissen: „Sollte ich für einen Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, oder einen Montag, oder einen Sonntag buchen?“

Und dann gibt es da noch „beste Zeiten im Jahr” – jemand, der in seiner Reiseplanung etwas flexibler ist und vielleicht schon ein Jahr vorausdenkt: „Sollte ich für Frühling, Herbst oder Sommer buchen? Für welchen Zeitpunkt sollte ich mich entscheiden?“

Wissen Sie was? Wir nehmen alle Keyword-Phrasen, die wir hier entdeckt haben. Wir gruppieren sie nach diesen Konzept-Intentionen. „Beste Wochentage” könnte beispielsweise die Keywords „beste Wochentage für einen Flug”, „optimaler Wochentag für einen Flug”, „Fliegen am Wochenende oder unter der Woche” oder „billigster Wochentag für einen Flug“ umfassen.

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Die Keyword-Gruppe „Beste Zeitpunkte im Jahr” könnte Wörter und Phrasen wie „beste Wochen im Jahr für Flug“, „billigste Reisewochen“, „Monat mit niedrigsten Flugkosten“, „Flugdaten Nebensaison“, oder „bestes Datum für Flug“ beinhalten.

Das sind nicht nur Keyword-Matches. Es sind auch Konzept- und Topic-Matches, die wir auf die Keyword-Ebene gebracht haben, damit wir Wissen über das Suchvolumen, die Schwierigkeit, die Click-Through-Raten, die eventuelle Relevanz oder die vermutete Conversion-Rate ansammeln können.

Dann können wir diese Dinge gruppieren und uns entscheiden: „Hey, wissen Sie was? Das Suchvolumen für diese Aspekte da ist höher. Aber die anderen Aspekte sind uns wichtiger. Sie haben weniger Schwierigkeiten. Vielleicht sind hier auch höhere Click-Through-Rates möglich. Also targeten wir ‚beste Zeitpunkte im Jahr‘. Das wir also der Content, den wir erstellen. So. Und jetzt packe ich meine Keywords zusammen in ‚die besten Wochen und Monate, um 2016 einen Flug zu buchen.‘“

Dieser Titel ist genauso überzeugend wie „Der ultimative Guide für clevere Flugplanung“, naja, vielleicht ein klitzekleines bisschen weniger. Haarspalterei. Aber ich bin mir sicher, dass Sie sich einen überzeugenden Titel einfallen lassen könnten, der auch noch Ihre Keywords auf clevere Art und Weise nutzt. Jetzt habe ich hier noch Unterüberschriften, nämlich z.B. Folgende: „nach günstigstem Preis anordnen“, oder nach „geringster Passagieranzahl“, nach „Flexibilität“, „nach Fluglinie“, „nach Abflugort“. Super. Jetzt habe ich all meine Topics und gleichzeitig alle Keyword-Bereiche auf einen Streich bzw. mit nur einem Content abgedeckt.

Ich glaube, diese Art von Handlungsmodell, für das wir das Beste aus diesen beiden Ansätzen kombinieren, ist die Zukunft. Ich glaube nicht, dass es sich auszahlt, an der Old-School-Methode des Keyword Targeting festzuhalten, und kann mir auch nicht vorstellen, dass es sich auszahlt, wenn man Keyword Targeting und Keyword-Recherche komplett ignoriert. Ich bin der Meinung, dass wir diese Praktiken fusionieren und uns etwas Cleveres ausdenken sollten.

Okay, Leute. Ich freue mich auf Ihre Kommentare, und wir sehen uns nächste Woche zu einer neuen Ausgabe des Whiteboard-Freitags wieder. Machen Sie’s gut!

Video-Transkription über ↘Speechpad.com

Dieser Inhalt wurde mit Erlaubnis von SEOmoz übersetzt und auf www.communicateandsell.de veröffentlicht. SEOmoz steht in keiner Verbindung mit dieser Website. Den Originaltext finden Sie hier.

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