Was Sie von Unternehmen lernen können, die die sozialen Netzwerke bereits erfolgreich für sich einsetzen

5 Beispiele für richtig gutes Social Media-Marketing

Best Practice Business Concept

Sicherlich sind auch Sie auf diversen Social Media-Kanälen mit Ihrem Unternehmen oder Ihrer Marke  unterwegs, richtig? Egal ob die eigene Facebook-Seite, der eigene YouTube-Kanal oder Accounts auf Instagram, Snapchat oder Pinterest – alle Plattformen bieten die Möglichkeit, neue (und natürlich auch bestehende) Nutzer aus Ihrer Zielgruppe überhaupt sowie besser zu erreichen.

Das stellt Sie allerdings vor die Herausforderung, wie Sie die Kanäle optimal für sich nutzen: Welcher Content ist sinnvoll? Was gibt es für Besonderheiten, die beachtet werden müssen? Und wie sieht richtig gutes und vor allem erfolgreiches Social Media Marketing aus?

Antworten auf diese und weitere Fragen können Ihnen erfolgreiche Best-Practice-Beispiele liefern. Denn sie geben einen Überblick, auf was es in Social Media ankommt. Natürlich ist es nicht sinnvoll, deren Strategie eins zu eins adaptieren. Vielmehr sollten sie als Inspiration gelten, von denen Sie für Ihre eigene Strategie lernen können.

Und 5 solcher Fallbeispiele finden Sie bei uns: Diese stammen vom Experten Clark Boyd, der auf searchengineland.com Best-Practice-Beispiele aus unterschiedlichen Branchen vorstellt. Ideal also, um wertvolle Tipps für Ihr eigenes Social Media-Marketing zu bekommen:

In diesem Artikel finden Sie

Best-Practice 1: WWF

Netzwerk: Twitter

Ziel der Kampagne: Spenden für aussterbende Tiere

Ablauf der Kampagne:

Um Twitter-Nutzer auf aussterbende Tierarten aufmerksam zu machen und gleichzeitig Spenden zu generieren, startete WWF im Jahr 2016 ihre Social Media-Kampagne #EndangeredEmojis.

Dazu kreierte WWF 17 Emojis, welche aussterbende Tiere darstellten. Der Aufruf an die User war einfach: Sie sollten die Emojis in ihren Tweets verwenden und pro genutzten Emojis 10 Cent spenden. Um Mitzumachen mussten die Nutzer lediglich den Post des @WWF-Twitter-Accounts retweeten. Dann waren sie registriert.

Am Ende des Monats erhielt jeder registrierte User eine Zusammenfassung seiner Aktivitäten und eine Übersicht, wie viel gespendet wurde.

Die Kampagne war zeitlich begrenzt, wodurch eine “Dringlichkeit” bei den Usern erzeugt wurde.

Empfehlung: Noch mehr Infos zu Twitter-Marketing finden Sie jetzt hier!

Die Ergebnisse:

Dass WWF sein Kampagne-Ziel und darüber hinaus noch weitere sehr positive Effekte erreichen konnte, zeigen folgende Zahlen:

  • In den ersten zwei Monaten gab es bereits über 59.000 Spenden.
  • In über 1 Million Tweets wurden der Kampagnen-Hashtag #EndangeredEmojis verwendet.
  • Der WWF-Account konnte über 200.000 neue Follower gewinnen.

Learnings: 

Ein großere Vorteil der Kampagne war laut Clark, dass die User einfach und schnell mitmachen konnten. Zudem war die Höhe der vorgeschlagenen Spende seitens WWF so niedrig, dass eine hohe Beteiligung erzeugt werden konnte. Die Emojis selbst waren ein Mittel, das gut in den “Alltag” der Twitter-Nutzer passt; dadurch wiederum war die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie auch verwendet werden. Weiterhin macht der Einsatz von Emojis für viele User “Spaß”, was die Kampagne ebenfalls bietet.

Daher können Sie von WWF folgendes mitnehmen:

  • Binden Sie Ihre User so einfach wie möglich in die Kampagne ein.
  • Reduzieren Sie mögliche Hemmschwellen.
  • Verwenden Sie Aktionen, die wenig Aufwand seitens der Nutzer erfordern und gleichzeitig “Spaß” machen.

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Best-Practice 2: Der Film “Ex Machina”

Netzwerk: Instagram, Tinder

Ziel der Kampagne: Reichweite, Aufmerksamkeit

Ablauf der Kampagne:

“Ex Machina” ist ein Science-Fictions-Thriller, für den im Vorfeld der Premiere Aufmerksamkeit erzeugt werden sollte. Dazu legte man auf der Plattform Tinder ein Fake-Profil mit dem Namen einer der Darsteller aus dem Film an. Dieser Account der Figur “Ava” war von ihren Eigenschaften sehr geeignet für das Netzwerk.

Dieses Profil startete Unterhaltungen auf Tinder und leitete sie dann zu ihrem Instagram-Account. Dort konnten sich User unterschiedliche Trailer zum Film ansehen.

Die Learnings:

Auch bei diesem Beispiel wurde die Kampagne in das tägliche “Doing” der Nutzer integriert; sie kommunizierten mit dem Ava-Profil wie mit jedem anderen User. Dass der Fake-Account nicht zu Unzufriedenheit führte, liegt laut Clark an der Zielgruppe: Diese umfasst stark Technik-affine, junge Männer um die 20 Jahre alt.

Außerdem weißt Clark daraufhin, dass das Ava-Profil auf Tinder eine logische Erweiterung ihrer Charakteristik aus dem Film ist. Damit gibt folglich kein “Bruch” zwischen Film und Social Media-Marketing, wodurch sich User leichter mit der Figur und natürlich mit dem Film identifizieren können.

Das können Sie lernen:

  • Nutzen Sie Eigenschaften von Figuren oder Personen für Ihr Social Media-Marketing.
  • Vermeiden Sie logische Brüche.
  • Passen Sie ihren Inhalt der Kampagne immer auf deren Ziel/Zweck an.

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Best-Practice 3: BuzzFeed Tasty

Netzwerk: Faceook

Ziel der Kampagne: Markenbekanntheit

Ablauf der Kampagne:

Bei dieser Kampagne von BuzzFeed für die Marke Tasty im Jahr 2016 standen Rezept-Videos im Mittelpunkt. Damit sollten insbesondere “Anfänger” beim Kochen angesprochen werden. Tasty veröffentlichte regelmäßig Videos auf Facebook, die unter 2 Minuten zeigten, wie man verschiedenen (schnelle) Gerichte zubereitet. Dabei handelte es sich insbesondere um Trend-Rezepte.

Die Ergebnisse:

  • Tasty erreicht monatlich circa 500 Millionen Nutzer auf Facebook.
  • Die Marke hat 10.000 Facebook-Fans gewonnen.
  • In nur 15 Monaten spielte Tasty über 2.000 Videos in Facebook aus. Damit erhielten die Nutzer regelmäßig neuen Content.

Die Learnings:

Der Chief Marketing Officer von BuzzFeed, Frank Cooper, stellt klar, was sich seine Zielgruppe von Rezept-Videos erwartet: Nämlich eine Assoziation mit Essen aus der eigenen Kindheit, zu einem speziellen Ereignis oder dass es  sich um eine außergewöhnliche Essens-Variante handelt. Somit wird deutlich: Die Motivatoren der Zielgruppe wurden klar analysiert und der Inhalt darauf angepasst.

Ein weiterer, entscheidender Faktor für die erfolgreiche Kampagne ist laut Clark, dass die Videos explizit auf die Gegebenheiten von Facebook angepasst sind. Damit erhöht sich die Chance, häufiger im Newsfeed zu erscheinen und so mehr Aufmerksamkeit, Views und Klicks zu erhalten.

Was Sie von Tasty lernen können:

  • Passen Sie Ihre Videos auf die spezifischen Anforderungen der Plattform an. Bei Facebook heißt das:
    • Möglichst kurze Clips (unter 2 Minuten)
    • automatisch ohne Ton ausspielen lassen, aber gegebenenfalls mit Untertiteln!
    • direktes Hochladen auf dem Netzwerk (nicht über YouTube einbinden!)
  • Analysieren Sie Ihre Zielgruppe, um die richtigen Motivatoren (“was sind die wichtigsten Treiber, damit Nutzer den Inhalt ansehen/lesen/hören?”). Bei Tasty: Die Zielgruppe präferiert Essen, dass sie an ihre Kindheit bzw. an ein besonderes Ereignis erinnern oder mit dem sie einen andere positive Erfahrung verbinden.
  • Posten Sie regelmäßig, um Ihren Nutzern aktuellen Content zu bieten.

Empfehlung: So funktioniert es mit der eigenen Facebook-Seite – jetzt lesen!

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Best-Practice 4: Worldwide Breast Cancer

Netzwerk: Facebook

Ziel der Kampagne: Aufmerksamkeit/Bewusstsein für erste Anzeichen bei Brust-Krebs

Ablauf der Kampagne:

Die Organisation Worldwide Breast Cancer hat 2017 eine Kampagne gestartet, um das Bewusstsein rund um das Thema Brustkrebs bei Frauen zu stärken. Unter dem Hashtag #KnowYourLemons postete Worldwide Breast Cancer auf Facebook 4 Bilder mit Zitronen. Diese Früchte hatten unterschiedliche Verformungen und sollten darstellen, wie man Anzeichen der Erkrankung frühzeitig erkennen kann.

Die Ergebnisse:

Allein drei Facebook-Posts reichten aus, um 7.3 Millionen Menschen zu erreichen. Wie viele Frauen auf die Kampagne hin eine Vorsorge-Untersuchung durchführen haben lassen, lässt sich allerdings nicht ermitteln. Das Ziel, Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen, konnten jedoch in jedem Fall erreicht werden.

Die Learnings:

Obwohl Brustkrebs kein einfaches Thema ist, zeigt die Kampagne, wie man in Social Media mit solchen Themen seriös und erfolgreich umgehen kann. Die Bilderstrecke ist auffallend und einprägend, gleichzeitig wird die Thematik sachlich und seriös dargestellt.

Was Sie davon lernen können:

Auch vermeintlich ungeeignete Inhalte können auf Social Media funktionieren. Dazu können “spielerische” Elemente (hier: Die Zitronen in der Eierschachtel) dienen, wobei stets Sachlichkeit und Seriosität ebenso vorherrschen muss.

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Best-Practice 5: General Electric

Netzwerk: Vine, Tumblr

Ziel der Kampagne: Engagement, Markenimage

Ablauf der Kampagne:

Unter dem Hashtag #6SecondScience veröffentlichte General Electric 2013 auf den beiden Plattformen Vine und Trumblr Alltags-Experimente: Zum Beispiel ein Bild zu der Frage, was passiert, wenn man Milch mit Lebensmittelfarbe und Fisch-Brühe mischt. Nutzer konnten dann ihre Experimente bzw. Antworten entsprechend posten, natürlich unter Verwendung des entsprechenden Hashtags.

Die Experimente durfte dabei nicht länger als 6 Sekunden sein (daher der Hashtag).

Durch diese Experimente entstand Engagement, da die User sich aktiv beteiligten. Gleichzeitig zahlt die Aktion auf das Markenimage von General Electric ein, da es sich als innovativ positionieren will.

Die Ergebnisse:

Gerade auf der Plattform Vine konnte das Unternehmen mit der Kampagne mehr als 10 Millionen Loops generieren. Allein diese Zahl zeigt, dass insbesondere das Ziel Engagement erreicht werden konnte.

Die Learnings:

Die Kampagne ist ein sehr gutes Beispiel, wie man User-Generated-Content kreiert und dadurch mit den Nutzern interagieren kann: Dabei sind auch die Vorgaben konkret: Maximal 6 Sekunden und es muss sich um ein naturwissenschaftlichen Sachverhalt handeln. Damit bleiben den User gleichzeitig genug Möglichkeiten, “kreativ” zu sein und selbst Ideen vorzustellen.

Was Sie davon lernen können:

  • Nutzen Sie User-Generated-Content, um mit Ihren Usern in Kontakt zu treten.
  • Machen Sie Vorgaben, geben Sie jedoch gleichzeitig “Raum, um kreativ zu sein”.

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Richtig gutes Social Media-Marketing muss also…

Die 5 dargestellten Beispiele zeigen deutlich, auf was es im Social Media-Marketing ankommt. Um den Überblick zu behalten, hier noch einmal alle wesentlichen Punkte aus den Best-Practic-Beispiele, damit auch Ihr Social Media-Marketing klappt:

  • Richten Sie Ihre Social Media-Kampagnen stets auf ein klar definiertes Ziel aus!
  • Analysieren Sie Ihre Zielgruppe, um zu wissen, welche Motivatoren (vor allem emotional getrieben) zu höherem Engagement führt!
  • Machen Sie es für den Nutzer so einfach wie möglich, an der Kampagne teilzunehmen.
    → Minimieren Sie Hemmschwellen!
  • Achten Sie darauf, dass die Ausrichtung Ihrer Aktionen bei Facebook, Twitter, Instagram & Co. zum Bild aller weiteren Marketing-Maßnahmen passt.
    → Keine logischen Brüche zwischen den “Marketing-Botschaften” verschiedener Aktivitäten!
  • Berücksichtigen Sie beim Einsatz verschiedener Formate (z.B. Video, Bilder, GIFs, Text-Beiträge etc.) immer die Spezifikationen der einzelnen Plattformen
    → Informieren Sie sich über die Besonderheiten der Plattformen und richten Sie Ihre Formate entsprechend daran aus!
  • Aktualisieren Sie Ihre Accounts regelmäßig mit neuem Content!
  • “Sensible” Themen können auf Social Media funktionieren, wenn Sie sie seriös präsentieren.
  • Animieren Sie Ihre Nutzer dazu, selbst Inhalte zu erstellen.
    → Verwenden Sie User-Generated-Content als Ausgangspunkt für mehr Kommunikation und Interaktion mit Ihren Nutzern!

Die aufgeführten Aspekte können Ihnen dabei helfen, Ihre Maßnahmen rund um Social Media noch effektiver und effizienter durchzuführen. Natürlich mit dem Ziel, am Ende auch erfolgreicher zu sein.

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