Die besten Cases im Content Marketing

Erfolgreiche Content Marketing-Beispiele

Content Marketing ist aus sämtlichen Online Marketing-Diskussionen und Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken. Der Ansatz hat sich auch in Deutschland bereits etabliert, wie beispielsweise die aktuelle Expertenumfrage von Kammann Rossi und der School for Communication and Management zeigt.

Aber wie genau sieht eine effektive Content Marketing-Strategie aus? Was sind Merkmale von Unternehmen und deren Prozesse, die es durch guten, auf die Kunden zugeschnittenen Content schaffen, am Ende erfolgreich zu sein?

Um das zu erfahren sind Best-Practice-Beispiele aus dem Content Marketing die ideale Gelegenheit, Einblicke in das digitale Tun von erfolgreichen Unternehmen zu erhalten. Schließlich bietet sich so die Möglichkeit, hilfreichen Input für das eigene Content Marketing zu bekommen. Oder aber auch Argumente, um Ihren Chef oder die Kollegen von der Wirksamkeit (und der “Machbarkeit”) des Ansatzes zu überzeugen.

Uber, FitBit und Ipsy als Best-Practice im Content Marketing

Gleich 3 lehrreiche Content Marketing-Beispiele liefert uns Jennifer Johnson  auf marketinginsidergroup.com. In ihrem Artikel “Three Winning Content Marketing Examples”  stellt sie die drei Unternehmen Uber, FitBit und Ipsy vor. Auch wenn es sich dabei um amerikanische Firmen handelt, lassen sich dennoch nützliche Learnings für Ihre Strategie ziehen:

Beispiel 1: Uber

Der “Fahrdienst” Uber ist in den USA weiter verbreitet und macht auch in Deutschland dem klassischen Taxigeschäft Konkurrenz. Seine Popularität hat das Unternehmen durch verschiedene Kanäle auf- bzw. ausgebaut:

  • Organische Sichtbarkeit
  • Social Media
  • Hashtag-Kampagnen

“Organische Sichtbarkeit” bedeutet, dass der Fahrdienst einen Fokus auf seine Auffindbarkeit bei Google und anderen Suchmaschinen legt. Und zwar nicht durch AdWords, sondern durch gute Inhalte, die entsprechend hohe Rankings erzielen.

Eine SEO-“Regel” besagt dabei, dass Beiträge, die sich bei Google & Co. gut platzieren sollen, über eine entsprechende Länge verfügen müssen; sogenannter long-form-Content ist also gefragt. Das heißt: Die Artikel sollten mindestens 1.000 Wörter enthalten

Interessanterweise ist bei Uber eher das Gegenteil der Fall: Denn die Firma generiert eher mit kürzeren Blog-Beiträgen Website-Traffic; die durchschnittliche Länge der Top-Artikel beträgt laut Jennifer lediglich 382 Wörter.

Viel Aufmerksamkeit und somit Reichweite gewinnt Uber ebenso über Social Media. Und hier speziell durch Hashtag-Kampagnen. Mit diesen werden insbesondere neue Nutzer angesprochen und durch zeitlich begrenzte Aktionen an die Marke gebunden.

Learnings:

Es muss nicht immer nur long-form-Content sein. Auch mit zielgruppenspezifische, kürzeren Inhalte lässt sich langfristig Traffic generieren. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie Ihren Usern einen echten Mehrwert bieten.

Durch Hashtag-Kampagnen ist es dann noch möglich, Interesse gerade von neuen Usern zu wecken und so in den Marketing-Funnel zu lenken.

Beispiel 2: FitBit

Jennifers zweites Beispiel ist FitBit. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, dass beispielsweise Fitnessarmbänder anbietet und so ermöglicht, den Kalorienverbrauch, Herzfrequenz usw. zu messen.

Ein großer Teil des Traffics für die eigene Seite bezieht FitBit von verlinkten Seiten, allesamt zum Thema Gesundheit. Daran wird deutlich, dass FitBit über eine hohe Web-Authority in dieser Nische verfügt.

Auch die organische Sichtbarkeit spielt eine Rolle. Anders jedoch als bei Uber, sind hier die Blog-Posts eher länger; die durchschnittliche Wortanzahl beträgt 518, bei Listicles 660 Wörter. 5 Prozent des Inhalts stellen Videos dar, über 40 Prozent Listicles und den Rest nehmen die Blog-Beiträge ein.

Learnings:

Backlinks sind (immer noch) eine gute Reichweiten-Quelle, solange es sich um qualitativ hochwertige Websites handelt. Versuchen Sie also Ihre Inhalte auf thematisch relevanten Seiten zu platzieren, um so mehr Traffic zu erzeugen.

Beispiel 3: Ipsy

Diese Beauty-Plattform bietet Frauen die Möglichkeit, monatlich für sie passenden Produkte zu bestellen. Als Grundlage dient ein kurzes “Quiz”, anhand dessen möglichst abgestimmte Produkte vorgeschlagen werden. Gegen 10 Dollar pro Monat erhalten dann Abonnenten ein angepasstes Beauty-Set.

Fast ein Drittel der organisch generierten Website-Besucher kommen von Seiten mit Artikeln über den YouTube-Star und Gründerin von Ipsy, Michelle Phan.

Ein weiterer wesentlicher Treiber bei Ipsy ist Social Media. Mit Hintergrundberichten zu Produkten und Events werden hohe Engagement-Raten erzielt. Zudem spielt selbstverständlich Video eine besondere Rolle als Content-Format.

Learnings:

Influencer sind ein effektives und effizienter Weg, um Reichweite und vor allem Glaubwürdigkeit auf die Marke zu übertragen. Zudem können besonders Hintergrundinformationen und “Making of” zu Produkten eine “Magnet” für mehr Interesse und Traffic sein. Bei Ipsy zeigt sich zudem, welche hohe Bedeutung Videos für den Erfolg des Content Marketings haben können.

Was Sie von Netflix für Ihr Content Marketing lernen können

Sicherlich kennen Sie Netflix. Auch wenn Sie den Streaming- und Video-On-Demand-Anbieter nicht selbst nutzen, so ist das Unternehmen ein Begriff. Und gerade, wenn es um (Content) Marketing geht, sollten Sie sich die Marke genauer betrachten.

Das hat nämlich auch Dennis Williams auf entrepreneur.com in seinem Blog-Post “4 Content Marketing Lessons To Learn From Netflix”  getan. Der Grund? Netflix ist ein Musterbeispiel für effektives und erfolgreiches Content Marketing. Denn so hat es der Anbieter geschafft, seinen Nutzerkreis stetig auszubauen und sich zu einen der größten und beliebtesten Video-On-Demand-Plattformen zu positionieren. Daher ist es ein ideales Best-Practice-Beispiel, von dem jeder – egal ob Konzern, Mittelstand oder Kleinstunternehmer – einiges lernen kann.

Dankenswerterweise hat Dennis die wesentlichen Punkte, die dem Streamingdienst zu seiner Marktposition verholfen haben, zusammengefasst. Und seine 4 Kernaspekte stellt er in einem sehr lesenswerten Artikel vor:

Learning 1: Content kann mehr als ” nur ein Format” sein

Sobald man von Content spricht, assoziiert man die verschiedenen Formate: Video, Bild, Grafiken, Artikel, Listen und vieles mehr. Doch Netflix zeigt laut Dennis, dass “Inhalt” nicht eine bestimmte Form haben muss. Vielmehr kann Content ebenso eine positive User Experience oder sogar ein Produkt sein. Im Fall von Netflix war es eine App, mit der Nutzer bestimmte Serien “begleiten” konnten. Dadurch wurde die Kundenbindung über das reine “Ansehen” der Folgen hinaus gestärkt, da die User im thematischen Umfeld der Serien weitere, positive Erfahrungen hatten.

Daher Dennis Tipp: Legen Sie “Content” nicht allein in Bezug auf verschiedene Formate, sondern ebenso in Hinblick auf Produkte und User Experience fest. Und experimentieren Sie mit neuen Möglichkeiten, wie z.B. Augmented Reality oder 360 Grad Videos.

Learning 2: Investieren Sie in eigenen Content

Um seinen Markt zu vergrößern, ist es elementar Inhalte anzubieten, die einen echten Mehrwert haben und sich von der Konkurrenz abheben. Und dazu müssen Sie originären Inhalt schaffen.

Netflix hat deshalb begonnen, eigene Serien zu produzieren, wie z.B. House of Cards – mit großem Erfolg. Dieses Beispiel zeigt laut Dennis, dass jedes Unternehmen ein festes Budget definieren sollte und zwar eigens für die Erstellung von eigenen, uniquen Inhalten. Natürlich muss dazu stetig analysiert werden, welcher Content von der Zielgruppe präferiert wird. Nur so kann man am Ende Erfolg haben.

Learning 3: Datenanalyse ist das A und O

Selbstverständlich wissen Sie, wie wichtig die ständige Analyse und Auswertung Ihrer Nutzerdaten ist. Aber wie stark ist dieser Prozess in der täglichen Arbeit bei Ihnen tatsächlich verankert?

Die Bedeutung der Datenanalyse für erfolgreiches Content Marketing zeigt sich ebenso bei Netflix. Denn der Anbieter trackt laut Dennis jede Aktion des Nutzers auf der Website und testet gerade bei Eigenproduktionen vorab, wie gut der Inhalt bei den Usern ankommt. Mit Hilfe dieser Informationen verbessert der Dienst stetig die User Experience und erhöht dadurch die Chance auf eine langfristige Kundenbindung.

Deshalb rät Dennis: Integrieren Sie die Auswertung der Nutzerdaten und das Monitoring Ihrer Inhalte noch stärker in Ihre Strategie, damit Sie zielgerichteter agieren können.

Learning 4: Social-Sharing leicht gemacht

Gerade für mehr Reichweite und Bekanntheit, aber auch für die Reputation, ist ein Ziel von Unternehmen, dass ihr Content von den Nutzern weitergeteilt wird. Es entsteht also Earned Media.

Auch hier verweist Dennis auf Netflix als Paradebeispiel. Denn der Streaming-Dienst ermöglicht es seinen Usern durch wenige Klicks und durch ein vielfältiges Angebot, Inhalte in Social Media zu sharen. Beispielsweise bietet Netflix GIFs an, die Nutzer in ihre Unterhaltungen auf diversen Social Media-Kanälen einbinden können.

Genauso wichtig ist es gleichzeitig, überall mit einer konsistenten Markenansprache aufzutreten. Dadurch erhöhen Sie den Wiedererkennungseffekt beim Publikum.

Fazit: Auf die User Experience kommt es an!

Sowohl Dennis als auch Jennifers Ausführungen zeigen, was bei all den Maßnahmen der aufgeführten Best-Practice-Beispielen im Mittelpunkt steht: Nämlich die User Experience und damit die Zielgruppe. Auch, wenn das eigentlich der Grundbaustein jeder Content Marketing-Strategie sein muss, sollte diese Anforderungen immer wieder überprüft werden.

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